Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2011

16:36 Uhr

Keine Einigung über Förderquoten

Streit in der Opec treibt Ölpreise nach oben

Die Nachfrage nach Öl steigt deutlich an, die Preise schießen nach oben. Doch mehr Öl wird es vorerst nicht geben. Das Ölkartell Opec konnte sich nicht auf höhere Förderquoten einigen. Jetzt droht eine weitere Zuspitzung.

Opec-Generalsekretär Muhammed El-Badri sucht nach einem Kompromiss - bisher vergeblich. Quelle: Reuters

Opec-Generalsekretär Muhammed El-Badri sucht nach einem Kompromiss - bisher vergeblich.

Düsseldorf/WienZwischen den Mitgliedern des Ölkartells Opec herrscht ein offener Dissens. Ein Treffen in Wien, auf dem die Öl exportierenden Staaten über ihre Förderquoten diskutierten, endete ohne Ergebnis. Man habe keine Einigung erzielt, sagte Opec-Generalsekretär Abdalla el-Badri. Die Förderquoten bleiben damit bis auf Weiteres unverändert. Innerhalb von drei Monaten will die Opec erneut zusammenkommen, um über eine mögliche Ausweitung der Förderung zu entscheiden.

Dass die Opec-Ölminister nicht zu einer Einigung fähig sind, ist eine absolute Ausnahme für das Ölkartell. In der 50-jährigen Geschichte der Opec hat es erst acht Ministertreffen gegeben, auf denen kein gemeinsamer Beschluss gefasst wurde.

Im Vorfeld des Treffens war über eine mögliche Erhöhung der Förderquoten spekuliert worden, die seit Ende 2008 unverändert bei 24,845 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag liegen. Damals steckte die Welt noch in der Rezession, inzwischen ist die weltweite Öl-Nachfrage allerdings deutlich gestiegen. Die tatsächliche Produktion der Opec-Staaten, die mehr als ein Drittel des weltweiten Öls fördern, liegt aktuell um etwa 1,4 Millionen Barrel über der offiziellen Quote.

Als Befürworter einer höheren Förderung gelten vor allem die Staaten aus der Golfregion sowie Nigeria. Der Opec-Platzhirsch Saudi-Arabien, der nach Meinung von Analysten als einziges Land über genügend Kapazitäten für eine Erhöhung der Fördermengen verfügt, hatte nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters vor dem Opec-Treffen angekündigt, bereits im laufenden Monat mehr als 500.000 Barrel pro Tag zusätzlich in den Markt zu pumpen.

Gegen eine höhere Ölförderung hatten sich neben Venezuela, dessen Präsident Rafael Correa die Produktion nur bei weiter steigender Nachfrage ausdehnen will, auch Iran und Algerien ausgesprochen. Der Iran hat derzeit den Vorsitz in der OPEC. Er brachte den Kompromissvorschlag ein, in drei Monaten auf einem Sondertreffen erneut über die Quoten zu sprechen.

„Wir sind in keiner Krise", meinte OPEC-Generalsekretär El-Badri. Es gebe weltweit auch noch genügend Öl auf dem Markt. Das Ölkartell habe derzeit noch Reservekapazitäten von etwa 4,5 Millionen Barrel (159 Liter) Tagesförderung. 1,5 Millionen Barrel gehen der OPEC durch den kompletten Ausfall der Förderung in Libyen verloren. Wenn der Markt es verlange, werde die OPEC dazu in der Lage sein, auch entsprechend die Förderung zu erhöhen.“

Am Ölmarkt zogen die Preise nach dem gescheiterten Opec-Treffen deutlich an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 118,50 Dollar und damit zwei Cent mehr als am Morgen. Der Preis für amerikanisches WTI-Öl stieg um bis zu zwei Prozent auf mehr als 101 Dollar je Fass.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

1234567

08.06.2011, 16:48 Uhr

es ist chavez nicht correa...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×