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12.08.2014

18:43 Uhr

Knapp über Neunmonatstief

Euro gerät spürbar unter Druck

Der Euro ist am Dienstag gefallen und hat seinen Verlust gegenüber dem Dollar ausgebaut. Nach den enttäuschenden Daten aus Deutschland notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,3353 Dollar.

Der Euro fällt unter 1,33 Dollar. dpa

Der Euro fällt unter 1,33 Dollar.

FrankfurtDer Euro ist am Dienstag spürbar unter Druck geraten und hat sich nur knapp über seinem Neunmonatstief gehalten. Nach überraschend schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,3336 US-Dollar. Sie stand nur hauchdünn über dem tiefsten Stand seit vergangenen November, der in der vergangenen Woche bei 1,3333 Dollar erreicht worden war.

Zuletzt wurde der Euro bei 1,3353 Dollar gehandelt. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3346 (Montag: 1,3386) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7493 (0,7471) Euro. Den entscheidenden Dämpfer bekam der Euro am späten Vormittag durch das Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Die von dem Institut ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzprofis waren so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr eingebrochen. Der Rückgang des Index um 18,5 Punkte auf 8,6 Zähler war außerdem bereits der achte in Folge. Das Ausmaß des Absturzes überraschte selbst viele Ökonomen.

„Der Rückgang kommt nicht überraschend, denn neben der zuletzt enttäuschenden Industriekonjunktur sorgen die geopolitischen Krisenherde für eine Stimmungseintrübung“, schrieb Helaba-Volkswirt Ulrich Wortberg in einer Einschätzung am Dienstag. Außerdem sei laut Wortberg mit einer nachlassenden Dynamik der konjunkturellen Entwicklung zu rechnen.

„Die Verschärfung der Ukraine-Krise ist als der Stimmungskiller auszumachen“, kommentierte Analyst Mario Gruppe von der NordLB. Aber auch jenseits der internationalen Krisenherde sei die Lage für die deutsche Wirtschaft derzeit „alles andere als rosig“. Zuletzt waren bereits die Auftragseingänge und die Produktion in der deutschen Industrie deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79550 (0,79760) britische Pfund, 136,49 (136,72) japanische Yen und 1,2138 (1,2134) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1315,75 (1307,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 31 080,00 (31 110,00) Euro.

Der Yen und der Schweizer Franken verloren gegen den Dollar den zweiten Tag in Folge, nachdem die Lage in der Ukraine sich weiter entspannt hat. In der vergangenen Woche waren sie als sichere Devisen gesucht. Das ukrainische Militär gab gestern bekannt, dass es am Ende der Operationen stehe, die verbleibenden Separatisten einzukreisen.

„Es gibt keinen wirklichen Grund außer Risikoaversion, warum der Yen stark sein sollte“, sagte Thomas Averill, Managing Director bei Rochford Capital in Sydney. „Ich denke, einige der Transaktionen der vergangenen Woche, mit denen das Risiko minimiert werden sollte, werden jetzt wieder rückgängig gemacht.“

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