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08.08.2011

20:18 Uhr

Kommentar

Chinas Traum von einer stabilen Währung

VonFrank Wiebe

Die Chinesen beschweren sich über die Schuldenpolitik der USA. Zu Recht. Denn letztlich werden die Chinesen den auf Pump gekauften Wohlstand der Amerikaner zahlen. China träumt von einer neuen und stabilen Weltwährung.

Ein chinesischer Bankangestellter zählt US Dollar hinter einem Bündel chinesischer Banknoten. Quelle: dpa

Ein chinesischer Bankangestellter zählt US Dollar hinter einem Bündel chinesischer Banknoten.

DüsseldorfDie Chinesen sorgen sich zu Recht, dass sie letztlich für die Probleme der USA zur Kasse gebeten werden. Sie haben riesige Dollarbestände angehäuft, als Bezahlung für ihre Exportüberschüsse. Wenn die USA tatsächlich eines Tages zahlungsunfähig werden sollten, oder - wahrscheinlicher - der Dollar stark an Wert verliert, dann hätten die Amerikaner es geschafft, einen Teil ihres auf Pump finanzierten Wohlstands von den Chinesen bezahlen zu lassen.
Verständlich ist daher der Wunsch, eine stabile Weltwährung zu schaffen - als Alternative zum Dollar. Nur - was soll das für eine Währung sein? Der Euro sieht zurzeit auch nicht attraktiv aus. Manche Leute reden von Gold. Hin und wieder gibt es auch die Idee, eine neue Währung an einen Warenkorb mit verschiedenen Rohstoffen zu koppeln. So eine Währung könnte sehr stabil sein.
Aber dann würden weltweit genau die Probleme entstehen, die wir zurzeit im Euroraum erleben. Wenn die Amerikaner gezwungen würden, sich in der Stabilwährung statt in Dollar zu verschulden, könnten sie nicht mehr munter weiter Anleihen verkaufen. Sie könnten auch nicht die eigene Notenbank einspannen, um diese Anleihen zu kaufen. Sie wären in der Situation wie heute Italien: Angewiesen darauf, dass andere helfen, weil die eigene Notenbank es nicht kann. Möglicherweise wären die USA unter diesen Vorzeichen schon zahlungsunfähig - und die Chinesen noch schneller geschädigt.

Falls der Traum der Chinesen sein sollte, langfristig selbst mit ihrem Yuan die stabile Weltwährung zu stellen, kann man auch nur sagen: Überlegt Euch gut, wovon ihr da träumt! Denn dann käme China letztlich in die Rolle des weltweiten Retters. Aus deutscher Erfahrung kann man nur sagen: Das macht keinen Spaß. Die Herren der Europäischen Zentralbank werden das bestätigen - und sie haben für Euroland die Aufgabe, die die Notenbank in Peking als Hüter einer chinesischen "Weltwährung" bekäme.

Kommentare (5)

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Buerge-r

08.08.2011, 21:13 Uhr

"Aber dann würden weltweit genau die Probleme entstehen, die wir zurzeit im Euroraum erleben. Wenn die Amerikaner gezwungen würden, sich in der Stabilwährung statt in Dollar zu verschulden, könnten sie nicht mehr munter weiter Anleihen verkaufen."

Der Punkt ist, dass es mit vernünftigen Währungen und einer funktionierenden Marktwirtschaft der Verschuldungsirrsinn niemals finanzierbar gewesen und auf diese Weise entartet wäre. Amerika konnte nur in die verzweifelte Lage geraten, in der es sich befindet, weil sie vom Dollar-Monopol profitierten und die Marktwirtschaft zum Teil außer Kraft gesetzt war. Bei den PIIGS war es der Irrglaube von heute auf morgen ein besserer Schuldner zu sein, der durch den Euro und seine Stabilitätsillusion geschaffen wurde, die natürlichen Regelkreisläufe außer Kraft gesetzt und den PIIGS-Schuldenirrsinn erst ins Extrem getrieben hat.

Natürlich wird es schwer die neue Weltwährung (z.B. der Währungskorb der Sonderziehungsrechte des IWF. ggfls. ergänzt um einen Goldanteil) zu etablieren, ohne zuvor den finanziellen Giftmüll zu beseitigen oder zu reduzieren (inkl. des damit verbundenen "wissenschaftlichen Giftmülls" in Form der daran hängenden Kaste unfähig-hirnlos-aufgeblasener pseudo-keynesianischer oder marktradikaler Ökonomen!!!).

nanoflo

08.08.2011, 21:17 Uhr

Hmm,wie wäre es das Geld abzuschaffen?
Ich hab gehört es soll Leute geben die jetzt schon keines mehr haben:-)
Spaß beiseite,es gibt keine Musterlösung.Ich fände Credits net schlecht(wie aus PC Spielen) ist neutral und einfach.Da könnte jeder mit leben.

der-oekonomiker

08.08.2011, 23:15 Uhr

Worüber beschwert sich China eigentlich? Wenn ich mich zum Hof-Lieferanten der USA mache, dann muss ich auch mit den damit verbundenen Nachteilen leben. Exportüberschüsse führen nun einmal auch zu Währungsüberschüssen, die üblicherweise wieder in dem Land investiert werden, aus dem sie stammen. In Anbetracht der so erwirtschafteten Währungsguthaben hat China selbst geschätzte rund 2 Billionen Dollar aufgebaut, von denen bereits über 600 Milliarden unter Wasser stehen, also Zins und Tilgung nicht mehr vertragsgemäß bedient werden. Da kommt die absehbare weitere Entwertung des USD nicht gerade recht. Chinas Wunsch nach einer stabilen Währung, gerne Weltwährung genannte, wird aus der Angst gespeicht, demnächst mit Währungsreserven dazustehen, die nicht ausreichen, den eigenen Schuldenberg auszugleichen. China geht so langsam der "A..ch auf Grundeis"!

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