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11.08.2015

12:08 Uhr

Kommentar zur Yuan-Abwertung

Pekings doppeltes Spiel

VonStephan Scheuer

China drückt den Wechselkurs seiner Währung so stark wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Gleichzeitig verspricht die Notenbank mehr Macht für die Märkte. Peking fährt eine riskante Doppelstrategie.

Neue chinesische Hunderter gibt es ab dem 12. November: Den Wechselkurs hat die Regierung am Dienstag geändert. ap

Spiegelung in Peking

Neue chinesische Hunderter gibt es ab dem 12. November: Den Wechselkurs hat die Regierung am Dienstag geändert.

Chinas Zentralbank fährt zweigleisig. Auf der einen Seite weitet sie die Landeswährung Yuan deutlich ab. Sie senkte ihre Kursvorgabe am Dienstag überraschend um rund 1,9 Prozent und löste damit den größten Kursrutsch der Währung an einem Tag seit Januar 1994 aus. Auf der anderen Seite verbindet sie den künstlichen Eingriff in den Wechselkurs mit dem Versprechen, künftig den Marktkräften mehr Freiheiten einzuräumen. Also was nun? Mehr oder weniger Markt?

Peking fährt eine Doppelstrategie. Bislang setzt die Zentralbank jeden Tag einen Kurs des Yuan zum US-Dollar fest, um den die Währung jeweils zwei Prozent nach oben oder unten schwanken darf. Warum sie den Kurs in welcher Höhe festsetzten, blieb jedoch ein Geheimnis der Notenbanker.

China-Korrespondent des Handelsblatts.

Stephan Scheuer

China-Korrespondent des Handelsblatts.

Das soll nun ein Ende haben, verspricht die Zentralbank in einem Statement auf ihrer Internetseite. Künftig soll der Endkurs des Vortrages in die Vorgabe miteinfließen. Angebot und Nachfrage sollen dadurch eine größere Rolle bei der Festsetzung bekommen. Mit der Ankündigung möchte China seinen Kritikern entgegentreten. Denn die US-Regierung wirft Peking seit langem vor, seine Exportindustrie durch einen künstlich schwach gehaltenen Yuan zum Nachteil der US-Wirtschaft zu stützen.

Mit dem Versprechen von mehr Marktkräften sendet Chinas Zentralbank zudem ein Signal an den Internationalen Währungsfonds (IWF). Chinas Regierung will, dass die Landeswährung in den sogenannten Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen wird. Dieser bildet eine künstliche Reservewährung, die sogenannten Sonderziehungsrechte (SZR). Sie bestehen derzeit aus vier Währungen: US-Dollar, Euro, britisches Pfund und japanischer Yen.

Kommentare (3)

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Herr Alex Lehmann

11.08.2015, 12:20 Uhr

Ach, der Yuan wird doch eh als stabil genug angesehen. Mal abgesehen vom Westen. Aber naja die Stabilität des Dollars scheint in unseren Hirnen ja ungebrochen! Lol, viel Spass in den nächsten Monaten...
http://german.china.org.cn/business/txt/2015-08/11/content_36275282.htm

Herr Carl Andersen

11.08.2015, 12:20 Uhr

Eine Doppelstrategie ist immer riskant.
Denn nur eine Variante kann aufgehen.

Aber die Chinesen wissen schon was sie tun. Das haben sie schon mit alle ihren Plagiaten aller namhaften Hersteller gezeigt.
Nur der berühmte Sack Reis, den haben sie exklusiv.

Herr Alex Lehmann

11.08.2015, 13:46 Uhr

Wenn Sie wüssten wieviel Erfindungen auf die Chinesen zurückgehen! Wenn die schon früher Patente gehabt hätten, wärs nix mit unserer Entwicklung gewesen! Raketen, Schusswaffen (Schwarzpulver) - die waren nur nicht so asozial wie der Westen und haben jeden überfallen. Achja und ich vergas die riesige Schiffsflotte als wir noch in Nußschalen herumgefahren sind...
Achja und noch was vergessen, Papiergeld hatten die ja auch schon viel früher, Mathematisch hatten die z.B. die Kreisberechnung auch schon vor uns. Wer am Zenit eklig wird fällt umso tiefer

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