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11.09.2013

11:58 Uhr

Konjunkturerholung

Spekulanten setzen auf den Euro

Noch vor drei Jahren erwarteten Investoren einen Zusammenbruch des Euro. Doch trotz den Finanzmarkt-Turbulenzen sehen Hedgefonds und andere Spekulanten den Euro inzwischen als sicheren Hafen. Geht die Wette auf?

Steigt wieder in der Gunst der Anleger: Der Euro dpa

Steigt wieder in der Gunst der Anleger: Der Euro

Der Euro gewinnt an Beliebtheit. Die 90-Tage-Korrelation zwischen Veränderungen bei der Währung und einem Index für Bond- und Swaps-Risiken der Citigroup ist erstmals seit November 2008 positiv geworden. Übersetzt heißt das: Investoren setzen verstärkt auf den Euro, während sie eine Zunahme der Turbulenzen an den Finanzmärkten sehen.

Die Korrelation zwischen dem Euro und dem Risiko-Index der Citigroup, der Schwellenländeranleihen sowie US-Credit- und Swaps-Spreads abbildet, lag am 6. September bei 0.0687 nach 0.107 am 23. August. Das war die stärkste positive Relation seit Oktober 2008, als der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers die Märkte erschütterte. Die Relation wurde am 22. August positiv, das heißt, dass der Euro jetzt stärker wird wenn der Risikomesswert zunimmt.

Auch Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission CFTC zeigen: Hedgefonds und andere große spekulative Investoren sehen den Euro so optimistisch wie seit 2011 nicht mehr.

Zwar verlor der Euro gegenüber dem Dollar, nachdem Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, vergangenen Donnerstag sagte, die Risiken für das Wachstum in der Eurozone blieben weiter abwärts gerichtet. Doch Investoren finden Trost darin, dass die Region die Rezession und die Staatsschuldenkrise hinter sich lässt. Das macht den Euro zu einer Zuflucht für Händler, die aus Schwellenländern fliehen, an denen die weltweite Konjunkturerholung vorbeigeht.

„Der Euro zeigt sich widerstandsfähig und die Repatriierung aus den Emerging Markets spielt eine wichtige Rolle”, sagte Valentin Marinov, Devisenstrategie-Leiter für Europa bei der Citigroup. Die Bank ist der weltweit zweitgrößte Devisenhändler. Der Euro „könnte weiterhin eine Rolle als liquide Reservewährung spielen, solange das Risiko eines Auseinanderbrechens der Eurozone nicht akut ist”, sagte Marinov.

„Der Euro wird im derzeitigen Umfeld, in dem wir keine G-10-Krise aber eine Schwellenländer-Krise haben, als sicherer Hafen wahrgenommen”, sagte Sebastien Galy, Leitender Währungsstratege bei der Société Générale. „Leute, die sehr, sehr negativ in Bezug auf die Eurozone waren, haben damit sehr, sehr falsch gelegen. Diese Leute haben ihre Einstellung jetzt geändert.”

In den vergangenen sechs Monaten hat der Euro gegenüber allen Schwellenländerwährungen zugelegt, mit Ausnahme des chinesischen Yuan und des bulgarische Lev. Gegenüber der indischen Rupie und der indonesischen Rupiah gewann der Euro jeweils über 20 Prozent und gegenüber dem brasilianischen Real rund 19 Prozent.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

11.09.2013, 12:09 Uhr

Na dann warten wir mal ab, wenn Frankreich und Italien den Bach runter gehen, ob dann immer noch die Anleger in den Euro Vertrauen haben. Es ist jetzt schon wieder offensichtlich, dass diese Länder kippen werden. Machen tut man natürlich nicht, denn es spräche gegen die political correctness vor Beantragung von Hilfsgeldern, Rekapitalisierung und Rettungsschirmen die Krise von vornherein zu umschiffen und rechtzeitig das Ruder in die richtige Richtung zu setzen.

GAME-OVER-2016

11.09.2013, 12:24 Uhr

Muahahaha ... selten so über einen Artikel im Handelsblatt gelacht. Und weiter gehts mit der Volksverarschung.
„Geht das Vertrauen in's Geldsystem und die Währung verloren, bricht das System zusammen“.
Aber ich verstehe die Systemerhalter, sie wollen durch psychologische Msssen- und Medienmanipulation weiter die schöne, heile Schein-, Euro- und Schuldenwelt verkaufen, die es schon lange nicht mehr gibt.
GAME OVER ->> spätestens in 3-5 Jahren!

puszta

11.09.2013, 12:26 Uhr

btr. Euro-Optimismus
...und erstens kommt es anders
und zweitens als man denkt...
(alte chin. Bauern-Weisheit)

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