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12.11.2012

11:35 Uhr

Konjunktursorgen

Anleger scheuen das Risiko

Der Glaube daran, dass sich die Weltwirtschaft bald wieder erholen wird, ist offenbar geschwunden. Das macht sich auch an den Rohstoffmärkten bemerkbar. Öl oder Kupfer sind bei Anlegern derzeit nicht sonderlich begehrt.

Ölpumpe in Bahrain. dapd

Ölpumpe in Bahrain.

FrankfurtAn den Rohstoffmärkten schwindet die Hoffnung auf eine baldige Belebung der Weltwirtschaft. China importiert weniger Kupfer, in den USA droht ein Schuldendrama und auch Japans Konjunktur schwächelt. Es gebe derzeit kaum Grund, bei Rohstoffen wie Kupfer oder Öl zuzugreifen, erklärten Händler. Kupfer verteuerte sich am Montag zwar um 0,3 Prozent auf 7593 Dollar je Tonne. Marktbeobachter führten das jedoch auf den Preisrutsch vom Freitag zurück, als das Industriemetall mit 7506 Dollar zeitweise 1,6 Prozent weniger kostete.

"Die Investoren werden sich kaum aus der Deckung wagen, solange nicht klar ist, welchen Weg die Weltwirtschaft einschlagen wird", sagte Ric Spooner, Analyst bei CMC Markets.

Ein Barrel Brentöl kostete mit 108,94 Dollar 0,4 Prozent weniger, ein Fass US-Leichtöl verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 85,88 Dollar.

Die größte Aufmerksamkeit gilt derzeit den USA: Anleger fürchten einen Rückfall Amerikas in die Rezession, sollten sich Demokraten und Republikaner im Kongress nicht bald auf einen Haushaltskompromiss einigen. Denn dann würden zum Jahreswechsel automatisch Steuererhöhungen und Einsparungen im Volumen von 600 Milliarden Dollar einsetzen, die nach Einschätzung von Experten die US-Wirtschaft in eine neue Krise manövrieren könnten.

Für Kopferzerbrechen sorgt aber auch die japanische Wirtschaft, die zwischen Juli und September um 0,9 Prozent geschrumpft ist. Auch aus China kamen enttäuschende Daten: Mit rund 322.000 Tonnen fielen die Kupferimporte in Oktober auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten. Im Vergleich zum Vormonat beläuft sich der Rückgang auf 18,5 Prozent.

Angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren dürfte Gold Analysten kurzfristig zulegen. Das Edelmetall verteuerte sich am Montag in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1736 Dollar je Feinunze. Die 1750-Dollar-Marke dürfte das nächste Ziel sein, sagte Nick Trevethan, Stratege bei der Bank ANZ. Seit vergangenen Montag hat der Goldpreis mehr als drei Prozent zugelegt.

Von

rtr

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