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23.04.2013

17:38 Uhr

Konjunktursorgen

Euro rutscht zeitweise unter 1,30 Dollar

Schlechte Konjunkturdaten haben den Kurs nach einem anfänglichen Hoch nach unten gedrückt. Die Gemeinschaftswährung fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 1,30 Dollar. Analysten rechnen mit einer Zinssenkung der EZB.

Der Euro hält sich über der Marke von 1,30 Dollar. dpa

Der Euro hält sich über der Marke von 1,30 Dollar.

Frankfurt am MainDer Euro ist am Dienstag nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus der Eurozone und Spekulationen auf eine mögliche Zinssenkung unter die Marke von 1,30 US-Dollar gerutscht. Zeitweise fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,2971 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Wochen. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich der Euro ein Stück weit erholen und stand am Nachmittag bei 1,3019 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2990 (Montag: 1,3037) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7698 (0,7671) Euro.

Am Vormittag kam es zur entscheidenden Kursbewegung am Devisenmarkt: Ein überraschender Rückschlag bei der Stimmung von Einkaufsmanagern in Deutschland setzte den Euro umgehend unter Verkaufsdruck. In kurzer Zeit rauschte die Gemeinschaftswährung von einem Tageshoch bei 1,3083 Dollar um mehr als einen Cent nach unten. „Die EZB dürfte die Daten als Bestätigung für ihre vorsichtige Konjunktureinschätzung sehen“, kommentierte Commerzbank-Experte Christoph Weil. Seiner Einschätzung nach ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Notenbank den Leitzins auf ein neues Rekordtief bei 0,50 Prozent senkt.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Die italienische Großbank Unicredit rechnet mit Blick auf die schwachen Stimmungsdaten aus Deutschland ebenfalls mit einer Zinssenkung der EZB, voraussichtlich aber erst im Juni. Vermutlich werde die Notenbank weitere Stimmungswerte und Wachstumszahlen abwarten, so die Unicredit-Experten. Am Mittwoch dürfte daher der Ifo-Geschäftsklimaindex – das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer – besonders starke Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85165 (0,85630) britische Pfund, 128,56 (130,00) japanische Yen und 1,2219 (1,2188) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.408,00 (Vortag: 1.424,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34.500,00 (34.550,00) Euro.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

23.04.2013, 11:02 Uhr

LOOOOL Hallo? Frankreich IST pleite!!!!! Vielleicht könnte man das endlich mal öffentlich verkünden!

Gast

23.04.2013, 11:56 Uhr

Euro unter 1,30. Wo ist der Bericht?

Danton

23.04.2013, 12:10 Uhr

Frankreich hilft dem Euro?
Aber sicher doch, genauso wie die Griechen und die Zyprioten mit jedem Kaugummi, der dort verkauft wird, dem Euro hilft! Mit so vielen verkauften Kaugummis können wir froh sein, dass deren Staatsverschuldung im nächsten Jahr nicht bei 12% liegt. Aber: Wir sind ja auf einem guten Weg - einem Weg, den der maoistische Barroso wieder demontieren möchte, indem er den Schuldenländern längere Kreditlaufzeiten gönnen möchte. Natürlich auf unsere Kosten - denn Zeit ist Geld, was dieser feiste Kretin in Brüssel jedoch nicht wissen muss.

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