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23.04.2012

11:27 Uhr

Konjunktursorgen

Rohstoffpreise fallen

Die Rohstoffpreise sind am Montag gesunken, vor allem Kupfer verbilligte sich deutlich. Auch am Ölmarkt ging es mit den Notierungen nach unten. Grund sind Zweifel an einer Erholung der globalen Konjunktur.

Konjunktursorgen: Öl und Kupfer notierten am Montag geringer. ap

Konjunktursorgen: Öl und Kupfer notierten am Montag geringer.

FrankfurtZweifel an einer nachhaltigen Konjunkturerholung weltweit haben am Montag die Rohstoffpreise belastet. Vor allem das Industriemetall Kupfer verbilligte sich deutlich. Eine Tonne kostete mit 8051 Dollar 1,7 Prozent weniger als am Freitag. Aber auch die Notierungen für Öl und Gold gaben nach. Ein leichter Anstieg des chinesischen Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC reichte nicht aus, um enttäuschende europäische Daten auszugleichen. „Die chinesischen Zahlen zeigen zwar eine Verbesserung, aber die Sorge um die Lage in Europa überwiegt. Außerdem waren auch die chinesischen Zahlen nicht gerade überwältigend“, erklärte ein Börsianer.

Der HSBC-Index war zwar in China im April leicht auf 49,1 von 48,3 Stellen im März gestiegen. Doch verharrte der Index den sechsten Monat in Folge unter 50 Zählern und signalisierte damit immer noch kein Wachstum. In der Euro-Zone gaben die Markit-Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleister im April überraschend deutlich nach. Zudem sorgte das Wahlergebnis in Frankreich für Verkäufe.

Amtsinhaber Nicolas Sarkozy hatte in der ersten Runde gegen den Sozialisten Francois Hollande verloren. Umfragen vom Wahlabend sehen Hollande als Sieger der Stichwahl in zwei Wochen. Zudem könnte es in den Niederlanden zu Neuwahlen kommen, nachdem dort Haushaltsverhandlungen geplatzt waren. Börsianer zweifeln, dass unter diesen politischen Gegebenheiten die Schulden in der Euro-Zone nachhaltig abgebaut werden können.

Auch am Ölmarkt ging es mit den Notierungen nach unten: Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent und US-Leichtöl der Sorte WTI kosteten je 0,6 Prozent weniger als am Freitag: Brent 118,12 Dollar, WTI 103,26 Dollar. Unterstützt wurden die Preise von Spekulationen auf Lieferengpässe aus dem Iran. Es sei unwahrscheinlich, dass der Streit des Westens mit dem Iran rasch gelöst werden könnte, erklärte ein Händler. Das Importverbot der EU soll am 1. Juli in Kraft treten.

Gold konnte von der Unsicherheit über die Lage in den europäischen Ländern nicht profitieren, sondern rutschte um 0,5 Prozent auf 1634 Dollar ab. Mit Spannung warteten die Marktteilnehmer hier vor allem auf das Ergebnis der Beratungen der US-Notenbank Fed, die am Dienstag beginnen und bis Mittwoch dauern. Sollten die Notenbanker eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisieren, könnte dies Gold als Inflationsschutz wieder attraktiver machen.

Von

rtr

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