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16.01.2009

14:34 Uhr

Kräftiger Nachfragerückgang

Ölpreis rutscht weiter ab

Der Ölpreis sinkt und sinkt. Als Belastung erwiesen sich Händlern zufolge die Ölverbrauchsprognosen der Internationalen Energieagentur (IEA). Die Preise für Gold und Industriemetalle dagegen legten zu.

HB FRANKFURT. Die Aussicht auf eine anhaltende Schwäche der Ölnachfrage hat den Preis des "schwarzen Goldes" am Freitag gedrückt. US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 35,09 Dollar das Barrel (159 Liter); Nordsee-Öl der Sorte Brent kostete 47,59 Dollar, 0,1 Prozent weniger als am Vortag.

Als Belastung erwiesen sich Händlern zufolge die Ölverbrauchsprognosen der Internationalen Energieagentur (IEA). Deren Experten sagten voraus, dass 2009 wegen der Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Öl weltweit auf 85,3 Mio. Barrel pro Tag sinken wird - im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von über 500 000 Barrel pro Tag. Bislang hatte die IEA für 2008 zwar ein Minus vorhergesagt, für 2009 aber eine Erholung prognostiziert.

"Die weltweite Nachfrage nach Öl fällt in einer alarmierenden Geschwindigkeit", sagte Rob Laughlin von MF Global. Die Zahlen der IEA seien "ein weiterer Schuss vor den Bug der Opec, dass das Angebot weiterhin die Nachfrage übersteigt." Vergangenen Sommer hatte ein Barrel US-Öl noch bis zu 147 Dollar gekostet, seitdem ist der Preis jedoch kontinuierlich gefallen.

Der Goldpreis stieg um 1,2 Prozent auf 826,95 Dollar die Feinunze (31,1 Gramm). Marktteilnehmern zufolge profitierte das Edelmetall von den schlechten Nachrichten aus der Finanzbranche, wo mehrere Institute Milliardenverluste für das vierte Quartal vermeldeten. "Je mehr Probleme es in der Bankenbranche und in der Finanzbranche insgesamt gibt, desto attraktiver wird Gold", sagte Rohstoff-Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank. Auch die Preise für Industriemetalle stiegen, was Analysten auf die Rettung der Bank of America zurückführten. Die finanzielle Unterstützung der US-Regierung für die Bank habe die Stimmung gebessert, sagte Analyst Michael Widmer von BNP Paribas.

"Das zeigt, dass der US-Regierung viel dran liegt, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert." Am Markt wird befürchtet, dass die Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Rohstoffen dämpft - die Hoffnung auf eine weniger schlechte Entwicklung der Wirtschaft führt daher oft zu steigenden Kursen bei Kupfer, Zins oder Blei. Am Freitag notierte Kupfer 2,1 Prozent höher bei 3 380 Dollar die Tonne.

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