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01.10.2012

16:42 Uhr

Krisenwährung

Gold ist so teuer wie niemals zuvor

Investoren in aller Welt horten Gold. Der Preis für das begehrte Edelmetall steigt in Euro gerechnet auf ein neues Allzeithoch. Und ein Ende der Rally ist noch lange nicht erreicht, sagen Experten.

Gold gilt als Inflationsschutz - davon profitiert das Edelmetall. dpa

Gold gilt als Inflationsschutz - davon profitiert das Edelmetall.

London, FrankfurtDer Preis für das Edelmetall stieg im Tagesverlauf zeitweise auf 1385,95 Euro Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Auch in Dollar legte der Goldpreis zuletzt kräftig zu. Mittlerweile.  In der Spitze kostete eine Feinunze des Edelmetalls 1791,20 US-Dollar. Das waren rund 20 Dollar mehr als am Freitag. Mehr hatte Gold zuletzt Anfang November 2011 gekostet.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) Ende Juli erste Hinweise auf massive Interventionen zugunsten des Euro signalisiert hatte, hat Gold um knapp zehn Prozent zugelegt. Auch andere große Notenbanken wie die US-Zentralbank Fed und die Bank of Japan haben ihre Geldpolitik seither zusätzlich gelockert. Kritiker halten den Notenbanken vor, mit ihrer Geldschwemme Inflationsrisiken zu provozieren.
Da Gold als Inflationsschutz gilt, profitiert das Edelmetall von dieser Entwicklung. Darüber hinaus hat der Euro zum Dollar seit Ende Juli deutlich an Wert gewonnen. Gold wird in Dollar gehandelt, weswegen eine schwächere US-Währung die Goldnachfrage außerhalb des Dollarraums belebt. Auch dies treibt den Goldpreis.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Gregor Bauer, Vorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD), erwartet aus zwei Gründen, dass der Goldpreis weiter steigen wird. Erstens weil der bisherige rasante Preisanstieg eine „außerordentliche Stärke“ widerspiegelt. Das heißt, die Kaufbereitschaft ist hoch, wie sich an der starken Aufwärtsbewegung und den nur schwachen Rücksetzern herleiten lässt.

Zweitens weil das Edelmetall Gold seinen Nimbus als Flucht- und Inflationswährung angesichts der noch lange nicht ausgestandenen Schuldenkrise behalten wird: „Sobald die Aktienmärkte unter Druck kommen, wird der Goldpreis erneut anziehen.“ Gelingt der Sprung über die Marke von 1800 Dollar, rechnet Bauer mit einem Angriff auf die 1900-Dollar-Schwelle - dem Allzeithoch aus dem vergangenen Jahr.

Von

rtr

Kommentare (12)

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andreash

01.10.2012, 17:41 Uhr

Ändern wir mal die Perspektive: Nicht Gold ist so teuer wie niemals zuvor,sondern: Für die Papierschnipsel ( Dollar oder Euro ) bekommen wir immer weniger Gold, weil diese seit Jahren wertloser werden und irgenwann völlig wertlos sein werden

Rechner

01.10.2012, 17:46 Uhr

O-Ton "Experten"
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Und ein Ende der Rally ist noch lange nicht erreicht, sagen Experten.
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Immer wenn man solche Sprüche hört ist das Ende der Rally wieder ein Stück näher gekommen.

In dem Moment, in dem sich die Lage in der Eurozone stabilisiert, wird es den Angsthasen und Spekulanten zunehmend auffallen, daß sie etwas besitzen wovon etwa 100 Jahresverbräuche gelagert sind, und das im Moment etwa beim doppelten seiner Förderkosten notiert.

Und dann platzt die Goldblase.

schlingel

01.10.2012, 17:47 Uhr

Ach Quatsch, das ist 'ne Goldblase!

Achtung: Ironie.

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