Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2012

11:58 Uhr

Krisenwährung

Spekulanten wetten auf Goldrally

Gold-Händler wetten auf einen kurzfristigen Anstieg des Goldpreises. Den erwarten sie allerdings schon seit einiger Zeit. In den vergangenen Wochen haben sie mit ihren Einschätzungen völlig danebengelegen.

Die Nachfrage nach Gold wird wieder stärker. dpa

Die Nachfrage nach Gold wird wieder stärker.

New YorkEs ist bereits die sechste Woche in Folge, dass Gold-Händler auf steigende Preise wetten. Sie spekulieren darauf, dass uns die Staatsschuldenkrise trotz der Beschlüsse des EU-Gipfels noch eine Weile erhalten bleiben wird. Dies wiederum dürfte dazu führen, dass Investoren auch weiterhin Gold kaufen werden, um ihr Vermögen abzusichern.

Sechzehn von Bloomberg befragte Analysten sagen für die laufende Woche eine Rally beim Goldpreis voraus. Fünf weitere bleiben neutral und zehn rechnen mit fallenden Preisen. Ein klares Signal kommt auch von den Investoren: Sie haben im Juni etwa 1,9 Mrd. Dollar zusätzlich in börsengehandelte Produkte gesteckt, die mit Gold unterlegt sind. Das ist der höchste Anstieg seit November, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Hedgefonds und andere spekulative Investoren haben zudem ihre Wetten auf eine Goldpreis-Rally die vierte Woche in Folge ausgebaut, belegen Daten der Commodity Futures Trading Commission.

Bereits am Freitag zeichnete sich ab, dass sie mit ihren Spekulationen richtig liegen könnten: Gold verteuerte sich im New Yorker Handel deutlich, angetrieben von den Ergebnissen des EU-Gipfels in Brüssel. Am Montag wurde Gold bei 1.592 Dollar je Unze um 0,3 Prozent niedriger gehandelt.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Die EU-Spitze hatte sich auf ihrem Gipfeltreffen auf Erleichterungen bei den Konditionen der Krisenkredite für die spanischen Banken geeinigt. Die EU-Hilfen werden gewährt unter Verzicht auf den vorrangigen Gläubigerstatus bei Notkrediten an spanische Banken. Auch die Konditionen für etwaige Hilfen an Italien sind gelockert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab ihren Widerstand dagegen auf. Damit steigt der Anreiz für private Geldgeber, Spanien weiter Geld zu verleihen. Zudem wurde ein Wachstumsplan im Volumen von 120 Mrd. Euro abgesegnet.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.07.2012, 12:23 Uhr

Ist doch klar, dass die Preise für PM künstlich gedrückt werden, u.a. durch Leerverkäufe oder sonstige Betrügereien der Großbanken a lá GS und JPM. Zu Belegen ist dies nicht, da solche Manipulationen im Hintergrund eher zufällig entdeckt werden, so wie Zinsmanipulationen der Barclays Bank in GB aktuell.

Schon seit Wochen decken sich selbst sehr systemtreue Leute aus meinem Umfeld mit Gold ein und mich wundert echt, dass der Goldpreis verharrt.

Der gesunde Menschenverstand kann in der aktuellen Auflösung des Finanzsystems nur zu Sachwerten raten, sei es PM oder Aktien, wobei man bei Aktien bekanntlich aufpassen muss. Schrott wird schliesslich auch nicht immer gebraucht!

Ohh

02.07.2012, 12:54 Uhr

@Silvercoin82

"... decken sich selbst sehr systemtreue Leute aus meinem Umfeld mit Gold ein ..."

Also das ist jetzt für mich das ent­schei­dende Argument Gold zu kaufen.

Lerchenzunge

02.07.2012, 12:58 Uhr

Der Schlüsselsatz?

"Noch im Mai war der Goldpreis so stark gefallen, dass das Edelmetall lediglich noch einen Prozentpunkt vor dem Eintritt in einen Bärenmarkt stand."

Ohne diese Art von Stützungskäufen, wäre möglicherweise bereits ein Bärenmarkt eingetreten,und die großen 'Marktteilnehmer' hätten drastischere Verluste eingefahren.

Gold folgt aus meiner Sicht seit einiger Zeit dem 'Schneeball System' Prinzip, allerdings mit gezinkten Karten, da die großen' Marktteilnehmer so schnell aussteigen werden, dass den kleinen Marktteilnehmern nur übrig bleiben wird, dass sie ihre Verluste einfahren und ihre Wunden lecken.

Dass viele 'Auguren' seit Monaten Gold propagieren, liegt möglicherweise nur an ihrer eigenen Investition in Gold.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×