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17.04.2012

08:17 Uhr

Kurserholung

Euro weiterhin über 1,31 Dollar

Die leichte Entspannung am Rentenmarkt und unerwartet gute deutsche Konjunkturdaten haben dem Euro etwas Rückenwind gegeben. Die Gemeinschaftswährung stieg bis auf 1,3170 Dollar.

Eine spanische 1-Euro-Münze. dpa

Eine spanische 1-Euro-Münze.

FrankfurtDamit notierte der Euro zwar nur noch auf dem Montags-Schlussniveau von New York. Doch war er am Vortag noch zeitweise unter 1,30 Dollar gerutscht. „Nachdem der Euro gestern die Unterstützungslinie von 1,30 Dollar behauptet hatte, gab es wieder etwas Kaufinteresse“, erklärte Volker Weber, Händler bei MM Warburg. Die problemlose Geldaufnahme Spaniens und des EFSF sowie der ZEW-Index gaben dem Euro zusätzlichen Schub

Spanien hatte Geldmarkttitel mit Laufzeiten von zwölf und 18 Monaten begeben und dabei angesichts höherer Renditen auch eine höhere Nachfrage erzielt. Zudem sammelte Spanien mit 3,2 Milliarden Euro mehr Geld ein als in der Spitze mit drei Milliarden geplant. „Die Auktion ist geglückt, die Überzeichnung war gut, und das angestrebte Volumen wurde übertroffen“, fasste Helaba-Analyst Ralf Umlauf zusammen. „Das lässt auch für die Auktion am Donnerstag auf eine robuste Nachfrage hoffen. Da alles glatt gegangen ist, atmen die Märkte erst einmal auf.“ Am Donnerstag will Spanien zwei- und zehnjährige Staatsanleihen begeben. Die Emission gilt als weiterer Test für das Vertrauen der Investoren.

In der Karwoche war Spanien bei der Auktion von Staatspapieren mit Laufzeiten bis 2015, 2016 und 2020 nur am unteren Ende des geplanten Anleihevolumens geblieben und hatte damit an den Rentenmärkten eine Verkaufswelle von Staatsanleihen zusätzlich befeuert. Seither sind die Renditen der zehnjährigen Anleihen auf dem Vormarsch. Am Montag stiegen sie erstmals seit November 2011 über die kritische Marke von sechs Prozent. Am Dienstag ging es mit den Zinsen aber bergab: Die Rendite rutschte auf 5,91 von 6,07 Prozent am Vorabend.

Auch der europäische Rettungsfonds EFSF zapfte den Kapitalmarkt an. Er holte sich fast zum Nulltarif für sechs Monate knapp zwei Milliarden Euro. Trotz der niedrigen Rendite von 0,2537 Prozent wollten die Investoren fast doppelt so viel Papiere haben wie zugeteilt wurden. Allerdings war die Nachfrage niedriger als im März, als der Zins mit 0,2040 Prozent noch unattraktiver war.

Unterstützung bekam der Euro auch vom ZEW-Index, der das Vertrauen der Finanzinvestoren misst. Das Barometer kletterte im April überraschend um 1,1 auf 23,4 Punkte und erreichte mit dem fünften Anstieg in Folge den höchsten Wert seit Juni 2010. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 20,0 Zähler gerechnet.

„Für sich genommen gibt der ZEW damit weiterhin ein eindeutiges Aufschwungsignal“, erklärte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. An den Märkten reagierten die Anleger insgesamt erleichtert. So zogen auch die Aktienkurse auf breiter Front in Europa an. Die sinkende Risikoangst bekamen vor allem die deutschen Bundesanleihen zu spüren: Der Bund-Future fiel um 56 Ticks auf 139,83 Punkte. Noch am Vortag war er mit über 140 Punkten auf Rekordkurs gewesen. Entsprechend zogen die Renditen von zehnjährigen deutschen Staatsanleihen auf 1,68 von 1,63 Prozent wieder etwas an.

Von

dpa

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