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09.02.2004

10:34 Uhr

Kurspotenzial für Minenaktien

Analysten rennen Rohstoff-Markt hinterher

VonUdo Rettberg

Die Märkte geben die Richtung vor – nicht die Analysten. Besonders deutlich wird dies bei der Auseinandersetzung mit den aktuellen Trends an den Rohstoffmärkten. Die Analysten der Banken wurden in den vergangenen Monaten durch den starken Preisanstieg der Rohstoffe ebenso auf dem falschen Fuß erwischt wie die Wirtschaft. Gerade die stark von Rohwarenimporten abhängige deutsche Wirtschaft ist in diesem Kontext – bisher vergeblich – auf der Suche nach einem verlässlichen Frühwarnsystem.

FRANKFURT/M. So kann nicht überraschen, dass zahlreiche Analysten ihre Rohstoffprognosen dem veränderten Marktumfeld anpassen. Sowohl Peter Blight von UBS als auch Jim Lennon von der Macquarie Bank sehen sich jetzt veranlasst, ihre Preisprognosen für die Bunt- und Edelmetalle signifikant nach oben zu schrauben. Die Prognosen der Analysten seien bereits zu Beginn des Jahres überholt gewesen, heißt es selbstkritisch.

Dies bringt immer mehr Analysten unter Zugzwang. Gegenüber den bisherigen Preisprognosen für 2004 wurden die Schätzungen für die Buntmetalle (Aluminium, Kupfer, Blei, Zink, Zinn und Nickel) bei UBS um durchschnittlich 23 Prozent und bei Macquarie um 15 Prozent erhöht. Die größte Anpassung nahm UBS bei Kupfer vor. Bisher lagen die Preiserwartungen für das rote Metall bei durchschnittlich 92 Cent je Pound (c/lb; 1 lb = 454 g) – jetzt wurde die Schätzung auf 130 c/lb heraufgesetzt. Jim Lennon von Macquarie nahm die stärkste Anpassung seiner Prognose bei Zinn vor. Hier erwartet die australische Bank einen Mittelwert von 297 (bisher 225) c/lb.

Die Analysten sind sich einig: Die gleichen Faktoren wie in den vergangenen beiden Jahren sorgen für den Preisaufschwung bei Rohstoffen: der anhaltend riesige Rohstoffhunger der Volksrepublik China, die fehlende Investitionsbereitschaft in neue Projekte und allgemeine Schwächen in der Infrastruktur der Märkte. Hinzu kommt, dass die Metallpreise zu Beginn des Jahres durch die überraschend starke Nachfrage in den USA neue Impulse erhalten hatten. Dieser Impuls könne rasch auf Europa übergreifen, heißt es bei Macquarie.

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