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05.01.2011

14:26 Uhr

Kursrücksetzer

Rohstoff-Anleger sichern sich ihre Gewinne

Nach der Rekordjagd am Rohstoffmarkt haben einige Investoren zunächst Gewinne eingestrichen. Die Preise für Industriemetalle und Öl fielen von ihren jüngsten Hochs zurück. Auch am Agrarmarkt fielen die Kurse. Am Vortag hatten bereits die Preise der Edelmetalle Gold und Silber deutlich nachgegeben.

HB FRANKFURT. Gewinnmitnahmen haben den Höhenflug der Preise für Öl und Industriemetalle vorerst gestoppt. Am Mittwoch gab das Barrel der US-Sorte WTI zeitweise um mehr als einen Dollar auf 88,16 Dollar nach, die Nordseesorte Brent kostete 92,82 Dollar und damit 71 Cent weniger. Händler erklärten, einige Investoren würden die Konjunkturaussichten wohl nicht mehr ganz so optimistisch sehen wie zuletzt.

"Bei 90 Dollar je Barrel ist eine ziemlich starke Wirtschaft eingepreist", sagte Tony Nunan von Mitsubishi Corp in Tokio. "Vielleicht fangen die Leute an zu denken, dass der Preis zu stark gestiegen ist, und bei einem stärkeren Dollar sollten wir wieder niedrigere Rohstoffpreise bekommen." Eine festere US-Währung macht Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raums teurer.

An der Londoner Metallbörse verbilligte sich Kupfer um bis zu 2,2 Prozent auf 9367 Dollar. Am Dienstag hatte der Preis mit 9754 Dollar noch ein Allzeithoch erreicht. Auch Zink und Aluminium gaben deutlich nach.

Viele Analysten glauben jedoch nicht an einen langfristigen Preisrutsch bei den Industriemetallen. Derzeit sei viel Geld im Umlauf, das investiert werden müsse. Und gerade Rohstoffe seien im Zeitalter niedriger Zinsen für viele weiterhin eine lohnenswerte Anlageklasse, sagte ein Händler. Langfristig unter Druck geraten könnten die Metallpreise nach Einschätzung der Commerzbank-Analysten allerdings, wenn China weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation und Abkühlung der Wirtschaft einleiten sollte.

Etwas Entspannung machte sich am Goldmarkt breit. Das Edelmetall erholte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 1385 Dollar. Am Dienstag war der Goldpreis zeitweise um mehr als zwei Prozent gefallen und damit so stark wie seit fast zwei Monaten nicht mehr. "Viele Juweliere in Indien und Thailand nutzen das niedrigere Preisniveau und greifen jetzt zu", sagte ein Händler in Singapur.

Weiter auf der Verkaufsliste stand dagegen Silber. Der Preis für das Edelmetall gab den dritten Tag in Folge nach und notierte 1,6 Prozent niedriger bei 29,28 Dollar. Am Vortag hatte Silber zeitweise mehr als fünf Prozent nachgegeben. Das Metall werde vor allem durch den wieder erstarkten Dollar unter Druck gesetzt, sagte ein Händler.

Auch am Agrarmarkt machte sich laut Analysten die Dollar-Stärke bemerkbar: Der März-Kontrakt auf US-Weizen verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 7,79 Dollar je Scheffel. Mais fiel um 1,1 Prozent auf 6,02 Dollar je Scheffel. Begrenzt werden dürfte der Preisrutsch allerdings durch das Hochwasser in Australiens. Experten zufolge könnte die Hälfte der australischen Weizenernte so stark verdorben sein, dass sie nicht mehr für Lebensmittel geeignet ist. Australien ist weltweit der viertgrößte Weizen-Exporteur.

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