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29.12.2011

08:06 Uhr

Kursrutsch

Edelmetallpreise sacken ab

Nicht nur der Eurokurs plumpst auf ein Rekordtief: Die ungewisse Zukunft Europas trifft auch die Edelmetalle hart. Müssen sich Gold und Silber von ihrer Rolle als sicherer Anlegerhafen in Krisenzeiten verabschieden?

Die Preise für Gold und Silber gehen in den Keller. dpa

Die Preise für Gold und Silber gehen in den Keller.

Die Investoren fürchten, dass die Schuldenbelastung in Europa zu einer erneuten, weltweiten Finanzkrise führen könnte. Das belastet auch die Rohstoffmärkte. Auch die Edelmetalle, die lange Zeit als Krisenwährung gehandelt wurden, werden mitgerissen.

Als der Eurokurs am Mittwoch auf ein 11-Monats-Tief abrutschte, fielen auch Gold und Silber. Silber landete dabei mit 26,81 je Unze auf dem tiefsten Stand seit Januar, Gold kam mit 1550 Dollar je Feinunze auf dem tiefsten Stand seit fünf Monaten an.

Gold sei 2011 eine der wenigen Anlagen mit Kursgewinnen, sagte Rohstoff-Stratege Nick Treverthan von der ANZ Bank. Viele Anleger machten daher vor dem Jahresende noch einmal Kasse. Auf Jahressicht liegt Gold immer noch zehn Prozent im Plus.

Banken und andere Anleger versuchten derzeit, ihre Risiken dadurch zu senken, dass sie ihre Anteile verkauften, sagte Frank McGhee, Leiter der Edelmetallabteilung bei Integrated Brokerage Services, dem „Wall Street Journal“ und stellte dazu fest: „Für all das ist das Euro-Zonen-Debakel verantwortlich.“

Auch die Aufwertung der US-Währung macht Edelmetalle für Investoren außerhalb der USA unattraktiver. Der Dollar-Index lag am Donnerstag mit 80,729 Punkten nur knapp unter seinem Elf-Monats-Hoch von Mitte Dezember.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Silber-Anleger bekamen am Mittwoch noch eine weitere schlechte Nachricht: Die Metallnachfrage in China lässt nach - und ungefähr die Hälfte des Silberverbrauchs geht auf das Konto der Industrie. Als bester elektrischer Leiter unter den Metallen ist Silber etwa aus der Autoindustrie kaum wegzudenken. Es wird in einer großen Bandbreite von Produkten verwendet, von Solarzellen über Fernseher bis hin zur Fotografie.

Einen Silberstreif am Horizont sehen die Analysten nicht. „Das meiste Silber wird von Branchen gekauft, die stark vom Wirtschaftswachstum beeinflusst werden“, sagte Erica Rannestad, Analystin bei der CPM Group. „Ich sehe für 2012 nicht viel Raum für eine steigende Silber-Nachfrage.“

Andere Edelmetalle schlossen sich der Talfahrt an. Das unter anderem zur Herstellung von Auto-Katalysatoren benötigte Platin verbilligte sich um bis zu 2,4 Prozent auf 1349 Dollar je Feinunze und war damit so billig wie zuletzt im November 2009. Damit hat Platin seit Jahresbeginn knapp ein Viertel seines Wertes eingebüßt, mehr als das Schwestermetall Palladium (minus 21,4 Prozent) oder als Silber (minus 13 Prozent).

Von

png

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

29.12.2011, 00:21 Uhr

Never catch a falling knife ! Was sollen denn die tgl. Wasserstandsmeldungen vom Goldmarkt ?!

Die cleveren und langfristig im Voraus denkenden und handelnden Investoren sind doch nach 10 guten und 5 starken Jahren mit 200 - 300 % Profit (auf €-Basis) bzw. bis zu 450 % Plus auf $-Basis schon längst im Herbst beim Idioten-Hype ausgestiegen (oder haben sich mit Puts eingedeckt), und warten bis zum nächsten Einstieg erstmal eine 25 - 30 %ige Korrektur vom Top ab !

Lori

29.12.2011, 00:25 Uhr

Wird der Goldpreis mit dem Gold welches aus dem Monetary Fund Global geplündert wurde gedrückt?

http://www.youtube.com/watch?v=_MWYleBao4Q

http://archive.aweber.com/sku_newsletter/6sL.c/h/Did_Bankers_Deliberately.htm


BIG

29.12.2011, 01:26 Uhr

Jetzt bietet sich die Gelegenheit ein Zitat nochmals zu wiederholen:

❝So hat das ein Herr aus ... Österreich einmal erklärt:

"Nichts liebt der Mensch mehr, als den Selbstbetrug! Das ist auch der Grund dafür, Gold als Inflationsschutz zu sehen, anstatt den Preisanstieg selbst als Inflation zu deuten. Aber wer jagt nicht lieber nominalen Zahlen hinterher, anstatt daran zu denken, dass eben genau dieses Gold die meistmanipulierte Ware der Welt ist? Immer dann, wenn alle anderen Veranlagungen unsicher geworden sind, entsteht erneut eine Goldblase.
Und die Banken mischen mit: Ist der Preis hoch und wird ein plötzlicher Mehrverkauf angekündigt, fällt er unaufhaltsam.

Teuer gekauft, zu spät ausgestiegen, das ist die Differenz, die nicht nur dazu führt, dass das Gold wieder in den National- oder Zentralbanktresoren verschwindet, sondern sie hilft auch (auf Kosten der Normalbürger, die in solcher Anlage Schutz suchen), die überschüssige Geldmenge zu reduzieren – zugunsten derer wohlgemerkt, die sie zuvor vergrößert haben." (Dez. 2009 | trend12 - Leserbriefe)❞

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