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30.01.2009

12:41 Uhr

Kursverluste

Volle Lager drücken auf Rohstoffpreise

An den Rohstoffmärkten gibt es einen einheitlichen Tagestrend - und der zeigt abwärts. Neue Zahlen zu Lagerbeständen lasten sowohl auf den Ölpreisen als auch auf den Notierungen für Kupfer. Am Goldmarkt nehmen Anleger nach wie vor Gewinne mit - auch weil die Risikoaversion vorübergehend etwas gesunken ist.

HB FRANKFURT. Steigende Lagerbestände haben am Donnerstag bei vielen Anlegern die Furcht vor einer anhaltenden Nachfrageschwäche nach Rohöl und Basismetallen geschürt. Die richtungsweisende US-Ölsorte WTI verbilligte sich um gut zwei Prozent auf 41,20 Dollar je Barrel (159 Liter). Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete 44,70 Dollar, 0,5 Prozent weniger als am Vortag.

"Die US-Öllagerbestände liegen auf dem höchsten Stand seit August 2007 und deutlich über dem zu dieser Jahreszeit üblichen Niveau", betonte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. "Mit dem erneuten Anstieg gerät die Opec zunehmend unter Druck, denn allmählich sollten sich die Produktionskürzungen in fallenden Lagerbeständen widerspiegeln." Der Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri betonte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, die Organisation erdölexportierender Staaten werde nicht zögern, bei anhaltend niedrigen Preisen die Förderung weiter zu drosseln.

Bei den Basismetallen gab der Preis für Kupfer um mehr als fünf Prozent auf 3 170 Dollar je Tonne nach. "Der Anstieg der Kupfer-Lagerbestände ist einer der größten seit langer Zeit", sagte David Wilson, Analyst der Societe Generale. Außerdem drückten die zurückhaltenden Aussagen des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao zu den wirtschaftlichen Aussichten seines Landes auf die Stimmung. "Viele Leute hatten insgeheim gehofft, dass China den Rest der Welt aus der aktuellen Lage herausziehen wird", fügte Wilson hinzu. "China sagt aber, das ist nicht möglich."

Gold gab den vierten Tag in Folge nach und verbilligte sich auf 877,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). In der vergangenen Woche habe die zunehmende Risikoaversion viele Anleger zu dem Edelmetall greifen lassen, sagte UBS-Analyst John Reade. "Wegen der jüngsten Rally bei Finanzwerten und weiteren Anzeichen für eine Erleichterung in einigen Märkten hat der Goldpreis dann etwas nachgegeben."

Andere Börsianer verwiesen auf den Einbruch der Goldimporte nach Indien. Wegen des gestiegenen Preises und der hohen Lagerbestände waren die Einfuhren in den weltgrößten Schmuck-Markt im Januar um 90 Prozent zurückgegangen.

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