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11.02.2015

03:22 Uhr

Kurswechsel

Venezuela will Devisenkurse teilweise freigeben

Noch in dieser Woche könnte Venezuela das staatliche Devisenkontrollsystem lockern. Die Maßnahme soll für Entspannung am Markt sorgen. Weil es zu wenig Devisen für den Import gibt, sind auch einige Nahrungsmittel knapp.

Zentralbank-Chef Nelson Merentes (links) und Finanzminister Marco Torres: Venezuela möchte die Regulierung von Devisen lockern. AFP

Zentralbank-Chef Nelson Merentes und Finanzminister Marco Torres

Zentralbank-Chef Nelson Merentes (links) und Finanzminister Marco Torres: Venezuela möchte die Regulierung von Devisen lockern.

CaracasVenezuela hat eine Lockerung seines staatlichen Devisenkontrollsystems in Aussicht gestellt. Noch diese Woche soll der Startschuss fallen für einen freien Handel von Währungen, der sich nach Angebot und Nachfrage richtet, wie Finanzminister Marco Torres und Zentralbank-Chef Nelson Merentes am Dienstag in Caracas mitteilten.

Der Schritt ist ein Kurswechsel: Seit über einem Jahrzehnt werden in dem ölreichen und sozialistisch regierten Land die Umtauschkurse staatlich vorgegeben, was Venezuela einen blühenden Schwarzmarkt bescherte. Die Entscheidung soll Entspannung auf dem Devisenmarkt bringen.

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Seit Monaten müssen die Venezolaner in langen Schlangen vor Supermärkten anstehen. Viele Produkte wie Mehl, Milch und Hygieneartikel sind knapp, da es zu wenig Devisen für den Import gibt. Experten erwarten, dass der Dollar im Freihandel zunächst zum hohen Schwarzmarktkurs von 180 Bolivar ins Rennen geht.

Auch nach der Änderung bleiben Restriktionen. Der offizielle Kurs von 6,30 Bolivar pro Dollar für Importe von Lebensmitteln und Medikamenten wird beibehalten. Auch dürfen die Venezolaner weiter nur etwa 3000 Dollar pro Jahr für Auslandsreisen und 300 Dollar für Online-Käufe tauschen.

Von

dpa

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