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19.02.2004

09:59 Uhr

Langfristig sehen Experten Aufwärtstrend des Euro intakt

Euro nach Rekordfahrt wieder im Rückwärtsgang

Aus Furcht vor Notenbankinterventionen sowie auf Grund technischer Faktoren hat der Kurs Euro am Donnerstag wieder deutlich an Boden verloren. Im frühen Handel fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2683 Dollar, erholte sich dann aber etwas auf 1,2720 Dollar. Am Mittwoch war er bis auf 1,2927 geklettert.

HB FRANKFURT. „Die Enttäuschung war groß, dass der Euro die Marke von 1,29 Dollar nicht nachhaltig überwunden hat“, sagte Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. „Die Euphorie war groß, dass der Euro gleich auf 1,30 Dollar durchmarschieren würde, doch stattdessen ist er gefallen.“ Verkäufe zur Verlustbegrenzung (Stop-Losses) hätten die Abwärtsbewegung dann beschleunigt.

Der Markt fürchtet sich nach Einschätzung von Händlern davor, deutlich über die Marken von 1,28 oder 1,2850 Dollar zu gehen. Dazu trage auch die Furcht vor Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder. Seit Ende vergangener Woche halten sich Spekulationen über Eingriffe der Notenbank im Markt. Eine Bestätigung dafür gab es bislang allerdings nicht. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte am Mittwoch gefordert, die Entwicklung des Eurokurses sehr genau zu beachten.Man müsse „mit höchster Sensibilität“ auf die gegenwärtige Währungssituation reagieren, hatte Clement am Mittwoch in Berlin gesagt. Er ließ offen, ob die EZB dies durch Zinsschritte oder durch Intervention am Devisenmarkt leisten solle. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hatte wiederholt offen für eine Intervention der EZB am Devisenmarkt plädiert.

Nach den Worten Clements bedeutet der starke Euro ein Risiko für die Erholung der europäischen Wirtschaft.Der hohe Kurs verteuert Exportgüter aus der Euro-Zone und macht diese auf dem Weltmarkt unattraktiver, so dass den Exporteuren Absatzeinbußen drohen könnten.

Ungeachtet der deutlichen Kursverluste sehen Marktteilnehmer den langfristigen Aufwärtstrend des Euro noch nicht als beendet an. „An der grundlegenden Aufwärtsbewegung hat sich nichts geändert“, sagte Fritsch. Bis auf 1,40 Dollar kann der Euro nach den Prognosen einiger Experten noch klettern. Allerdings mehren sich mittlerweile die Stimmen, die schon von einer Trendumkehr und vom Beginn einer nachhaltigen Erholung des Dollar sprechen. „Es gibt noch keinen Konsens im Markt, aber das Gefühl ist da, dass sich etwas ändern könnte“, sagte Währungsstratege Toru Umemoto von Morgan Stanley.

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