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06.06.2013

18:04 Uhr

Laut indischer Zentralbank

Inder kaufen zu viel Gold

Indische Banken sollen ihre Kunden in Zukunft nicht mehr zum Goldkauf ermutigen, so die indische Zentralbank. Mit dieser Anweisung will der Finanzminister die massive Einfuhr des Edelmetalls eindämmen.

Kein Gold mehr für die indische Bevölkerung. Zumindest wenn es nach dem Finanzminister geht. Reuters

Kein Gold mehr für die indische Bevölkerung. Zumindest wenn es nach dem Finanzminister geht.

MumbaiDie indische Bevölkerung soll sich mit Goldkäufen zurückhalten: Die indische Zentralbank habe die Finanzinstitute des Landes angewiesen, Kunden nicht zum Kauf von Gold zu ermutigen, sagte Indiens Finanzminister P. Chidambaram am Donnerstag auf einer Finanzkonferenz in Mumbai.

Banken müssten die Begeisterung für Gold dämpfen. Erst am Mittwoch hatte die Regierung den Einfuhrzoll für Gold von sechs auf acht Prozent erhöht, um die Importe des Edelmetalls zu verringern.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Indien war lange der weltgrößte Importeur von Gold. Die Nachfrage steigt vor allem zu religiösen Festen und in der Hochzeitssaison. Viele Inder, vor allem in ländlichen Gebieten mit nur wenigen Banken, kaufen Gold in Form von Schmuck, Barren oder Münzen als Schutz vor einer Inflation. Die Goldimporte sind jedoch maßgeblich für das wachsende Leistungsbilanzdefizit des Landes verantwortlich, weil die Importe die Exporte deutlich übersteigen.

Von

afp

Kommentare (4)

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Cassandra

06.06.2013, 21:46 Uhr

Sieht ganz so aus als geht den Bullion Bankster das real vorhandene Gold aus und sie können einfach nicht mehr physisch liefern. Damit wären sie faktisch insolvent, denn wer lässt sich heutzutage noch mit nicht gedeckten Versprechen abspeisen oder gar mit wertlosen Papier.

Und wenn man sich die Shortwerte auf Allzeithöchstständen ansieht, wird klar: sobald es an die Öffentlichkeit dringt, dass der immensen weltweiten Nachfrage nach physischen Gold kein real vorhandenes Angebot mehr entgegensteht und die Shorts nicht mehr gecovered werden können, sehen wir einen derart gewaltigsten Short Squeeze wie in die Welt so noch nicht erlebt hat.

Man kann die Angst förmlich riechen, denn die Zockerbanken inklusive der verkommenen Zentralbanken mit ihrem Gold-leasing haben alles auf eine Karte gesetzt und sind dabei das Pokerspiel gegen die Realität zu verlieren.

Cassandra

06.06.2013, 21:56 Uhr

Nicht nur Indien zeigt deutlich, Blut ist bereits im Wasser und die Haie kreisen bereits.

Der überraschende Goldlieferstop von Banken wie der ING und der Zusammenbruch der Edelmetallbörse in Hong Kong war nur der erste Vorbote der kommenden Kette an Zusammenbrüchen, die das Vertrauen in die Fiatwährungen endgültig untergraben wird.

Account gelöscht!

07.06.2013, 02:54 Uhr

Naja, Hauptsache es gibt noch genug Bier um Sich vor der grossen Apokalypse über den Jordan zu saufen!

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