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17.08.2015

15:37 Uhr

Lira, Rubel Co.

Schwellenländer-Währungen kommen unter die Räder

Mit der Aussicht auf steigende Zinsen in den USA fällt das Währungsbarometer bereits seit acht Wochen. Chinas Abwertung des Yuan setzt Schwellenländer zusätzlich unter Druck. Die Talfahrt ihrer Währungen geht weiter.

An den malaysischen Finanzmärkten brachen die Kurse ein, die türkische Lira touchierte den dritten Tag in Folge ein Rekordtief, der russische Rubel fällt mit dem Ölpreis. dpa

Türkische Lira

An den malaysischen Finanzmärkten brachen die Kurse ein, die türkische Lira touchierte den dritten Tag in Folge ein Rekordtief, der russische Rubel fällt mit dem Ölpreis.

London/FrankfurtSchwellenländerwährungen haben am Montag ihre längste wöchentliche Verluststrecke seit dem Jahr 2000 noch ausgeweitet. An den malaysischen Finanzmärkten brachen die Kurse ein, der russische Rubel und die russischen Aktienkurse fielen mit dem Ölpreis und die türkische Lira touchierte den dritten Tag in Folge ein Rekordtief. Für einen Dollar mussten 2,86 Lira bezahlt werden, für einen Euro 3,17 Lira. Im Vergleich zum Freitag verlor die türkische Währung damit gut ein Prozent an Wert. In den vergangenen vier Wochen rutschte die Lira im Vergleich zum Dollar um insgesamt 7,6 Prozent ab, seit Jahresanfang waren es 22,6 Prozent.

Ein Barometer, das die 20 meistgehandelten Schwellenländerwährungen abbildet, gab um 0,4 Prozent nach. Der Ringgit fiel auf den niedrigsten Wert seit 1998 und der Taiwan-Dollar gab 0,9 Prozent ab.

Mit der Aussicht auf steigende Zinsen in den USA fällt das Währungsbarometer bereits seit acht Wochen. Hinzu kam in der vergangenen Woche der Schock durch die Abwertung der chinesischen Währung, die die Risiken für die Schwellenländer noch verstärkte. In Vietnam hat der VX-Aktienindex gegenüber seinem Hoch zehn Prozent eingebüßt. Grund dafür sind Sorgen um das Exportwachstum des Landes nach der Abwertung des chinesischen Yuan.

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Für die Schwellenländer kommt im Moment alles zusammen: die anstehende Zinserhöhung in den USA, Turbulenzen in China und fallende Rohstoffpreise. Ihre Schwäche wirkt sich auch auf deutsche Unternehmen negativ aus.

Das Aktienbarometer MSCI Emerging Markets Index sackte um 1,1 Prozent auf ein Vierjahrestief ab. Alle zehn Branchengruppen verzeichneten Verluste. Die Bondkurse fielen ebenfalls.

Chinas Abwertung wird „für den Rest des Jahres die Schwellenländerwährungen bestimmen”, sagte Anders Svendsen, Analyst bei Nordea Bank A/S in Kopenhagen. „Insbesondere, weil die Investoren dies als klares Anzeichen werten, dass die Verantwortlichen in China sich Sorgen über den Zustand ihrer Wirtschaft machen.”

Um die potenziellen Auswirkungen eines schwächeren Yuan auf die Länder, die nach China exportieren zu unterstreichen, prägte Morgan Stanley den Ausdruck „die in Schwierigkeiten geratenen Zehn.” Dazu zählt die Bank den brasilianischen Real, den peruanischen Sol und asiatische Währungen, darunter diejenigen von Südkorea, Thailand und Singapur. China ist das größte Exportland für alle diese Länder, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Hintergrund der jüngsten Lira-Talfahrt ist das Scheitern der Koalitionsgespräche zwischen der Regierungspartei AKP und der Republikanischen Volkspartei (CHP) in der vergangenen Woche. Voraussichtlich wird es Neuwahlen geben. Für Verunsicherung bei den Investoren sorgt auch das militärische Vorgehen der Türkei gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci bemühte sich am Montag um eine Beruhigung der Lage. Es gebe keinen Grund zur Panik oder zu größeren Eingriffen zur Stützung der Lira, sagte er.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.08.2015, 16:12 Uhr

Ja, und?
So ist das Leben - und einstmals ging das auch ganz gut - jahrzehntelang.

Erst seit sich die größenwahnsinnige Politcmarilla weltweit erdreistet, alle Märkte nach Gusto steuern und manipulieren zu können - was dramatische Folgen und erhebliche Irritationen erzeugt -, wird medienwirksam geklagt, gejammert und geheuchelt, das einem ganz schlecht wird.

Dabei wird übersehen, daß erst durch den Eingriff politischer Möchtegerne all die Ungleichgewichte erzeugt wurden, welche nun durch noch drastischere Manipulationen kaschiert werden sollen. Dabei müßten sie sich vollen Umfanges ausleben können, um die nötigen Bereinigungen an den Märkten bewirken zu können. Nur dann ist ein Neustart mit guten Chancen möglich.

Eben diesen verhindern diese unverständigen Komiker - oft mit Unterstützung derer, die ansonsten ihre Rechnungen wegen Fehlverhaltens an den Märkten bezahlen müßten.

Herr Carl Andersen

17.08.2015, 16:27 Uhr

H I N W E I S !!!!!!!

Der Kommentar um 16:12 Uhr ist natürlich nicht von mir, dem Original.

Ich würde nie einen so langen Kommentar schreiben, dafür ist mir meine Zeit wirklich zu Schade!
Aber das Plagiat wird von mir juristisch verfolgt!

Account gelöscht!

17.08.2015, 16:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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