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07.01.2010

16:03 Uhr

Machtspiele bei Labour

Politische Unsicherheit belastet das Pfund

Die innerparteilichen Grabenkämpfe in der britischen Labour-Partei schüren am Devisenmarkt Sorgen vor einer Regierungskrise. Das Pfund Sterling rutscht in der Folge im Vergleich zum Dollar kräftig ab. Aber auch der Euro fällt gegenüber der US-Währung wieder zurück.

HB FRANKFURT. Die Furcht der Anleger vor einer politischen Hängepartie in Großbritannien hat am Donnerstag das Pfund Sterling belastet. Die britische Währung fiel auf 1,5897 Dollar und 1,1079 Euro. Auslöser war Börsianern zufolge der Widerstand innerhalb der regierenden Labour-Partei gegen eine Spitzenkandidatur von Premierminister Gordon Brown.

Der frühere Verteidigungsminister Geoff Hoon und Ex-Handelsministerin Patricia Hewitt scheiterten zwar mit ihrem Versuch, eine geheime Abstimmung über die Führungsrolle Browns zu erzwingen. Analysten bezeichneten den Labour-Chef dennoch als politisch angeschlagen. Spätestens im Juni muss das britische Unterhaus neu gewählt werden. Umfragen sehen derzeit die oppositionellen Konservativen vorn.

"Das war ein Schlag für die sich erholenden Umfragewerte der Labour-Partei", sagte Mitul Kotecha, Chef-Devisenstratege der Investmentbank Calyon. Er verlängere die Liste der Unsicherheitsfaktoren, auf der unter anderem die hohe Verschuldung und die Furcht vor einer Herabstufung der Bonität stünden.

Der Dollar legte auch im Vergleich zu anderen Währungen zu. Der Euro verbilligte sich auf 1,4340 Dollar, nach 1,4403 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Zur japanischen Valuta kletterte er zeitweise sogar auf ein Viereinhalb-Monats-Hoch von 93,40 Yen. Diese Kursbewegung sei angesichts der Äußerungen des neuen Finanzministers Naoto Kan gerechtfertigt, sagte Devisenexperte Paul Mackel von HSBC. Kan hatte sich bei seiner Antrittsrede für einen Dollar-Kurs um 95 Yen ausgesprochen. Vor diesem Hintergrund werde der Druck auf die japanische Valuta voraussichtlich anhalten, fügte Mackel hinzu.

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