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25.02.2014

17:01 Uhr

Manipulation, Hacker, Aussetzer

Bitcoin verliert Vertrauen

Eine der größten Börsen für Bitcoins steht vor dem Zusammenbruch. Anleger sind vermutlich ihr Geld los. Das Vertrauen in die virtuelle Währung ist erschüttert. Andere Börsenbetreiber schimpfen auf den Konkurrenten.

„Einfache Bezahlung“, „vertrauensvoller Handel“, „zuverlässig“, „sicher“: So warb Mt. Gox auf der inzwischen abgeschalteten Webseite. AFP

„Einfache Bezahlung“, „vertrauensvoller Handel“, „zuverlässig“, „sicher“: So warb Mt. Gox auf der inzwischen abgeschalteten Webseite.

DüsseldorfMt. Gox, eine der größten Handelsplattformen für Bitcoin, ist über Nacht verschwunden. Am Dienstagmorgen war die Webseite nicht mehr erreichbar. Unter der Adresse www.mtgox.com erschien nur noch eine weiße Seite. Am späten Nachmittag sendete der Betreiber ein Lebenszeichen; aber nur, um mitzuteilen, dass alle Transaktionen gestoppt worden sind.

Im Netz machten Gerüchte die Runde: Der Betreiber sei insolvent, heißt es. An anderer Stelle wird über einen großen Diebstahl spekuliert. Den Schaden haben die Anleger: Sie sind möglicherweise ihr Geld los. „Wir konnten nichts tun“, erklärte die japanische Finanzaufsicht, zuständig für Banken und Versicherungen.

Das Vertrauen in Bitcoins ist erschüttert: Schon bevor Mt. Gox nicht mehr erreichbar war, war der Kurs der virtuellen Währung dort auf 135 Dollar gefallen, nach einem Stand von mehr als 1000 Dollar Ende 2013. Auf anderen Plattformen fiel der Preis für Bitcoin laut Datenanbieter Coindesk am Dienstagmittag unter 500 Dollar.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Bereits vor zwei Wochen hatte Mt. Gox den Handel mit Bitcoin ausgesetzt, nachdem eine technische Panne bekannt geworden war. Seitdem kamen Anleger nicht mehr an ihr Geld - die Plattform zählte rund eine Million Kunden.. Es sei ein Fehler identifiziert worden, der ermöglichte, die gleichen Bitcoin mehr als einmal verkaufen, erklärte Mt. Gox. Damals hieß es noch, alles komme schnell wieder in Ordnung. Gleichzeitig teilte der Betreiber der Plattform mit, seinen Sitz „aus Sicherheitsgründen“ in die japanische Hauptstadt Tokio verlegt zu haben.

Doch die Panne könnte schwerer sein als gedacht. Möglicherweise sind Transaktionen über mehrere Jahre von Hackern manipuliert worden, ein virtueller Bankraub sozusagen.

Kommentare (38)

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Blinse

25.02.2014, 10:37 Uhr

Oooch, da hab ich nun wirklich nicht mit gerechnet. : )


Wie sagt man bei uns: Bargeld lacht!

aktionaer

25.02.2014, 10:46 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

25.02.2014, 10:59 Uhr

"Zentralbanken war die virtuelle Konkurrenz von Beginn an lästig, da sie am Geldmonopol der Staaten rüttelt."Zitat
Muss man mehr wissen?
Die lassen sich nicht ans Bein pinkeln.Es soll alles so schön abhängig und erpressbar bleiben wie es ist.

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