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30.07.2012

17:39 Uhr

Massive Dollarzuflüsse

US-Anleger flüchten aus Europa

US-Investoren glauben offenbar nicht, dass die Europäer ihre Probleme lösen werden. Im Gegenteil: Zum ersten Mal seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 ziehen die Amerikaner ihr Geld aus Europa ab.

Der Dollar-Index erreichte zuletzt ein Zwei-Jahres-Hoch. dpa

Der Dollar-Index erreichte zuletzt ein Zwei-Jahres-Hoch.

Bis vor vier Monaten hat JKMilne Asset Management mindestens die Hälfte des Anlagevolumens ihres weltweiten Fonds außerhalb der USA investiert. Diese Zeiten sind nun vorbei. Angesichts der Euroraum-Schuldenkrise hat der Vermögensverwalter aus Fort Meyers, Florida, nun sämtliches Kapital in Dollar investiert.

“Das ist eine einträgliche Strategie”, sagt der Vorstandsvorsitzende John Milne. “Angesichts des Ausmaßes des Problems besteht die Gefahr von Ansteckungseffekten.”

Viele andere Investoren sehen das ähnlich. Zwischen Dezember und Mai haben US-Anleger 48,9 Mrd. Dollar zurückgeholt. Es ist der erste Sechs-Monats-Zeitraum seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. im Jahr 2008, dass sie Gelder nach Hause gebracht haben. Die Kapitalflüsse sind mit die höchsten seit 1999, als Investoren nach dem Kollaps des Hedgefonds Long-Term Capital Management LP nur noch auf die sichersten Vermögenswerte setzten, was den US-Dollar anschob.

Die zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Der Dollar-Index von IntercontinentalExchange Inc. ist in diesem Jahr um 3,1 Prozent gestiegen, nachdem Investoren Kapital in Fonds umschichteten, die sich auf US-Bonds konzentrieren. Die Zuflüsse haben sich in den ersten sechs Monaten mehr als verdoppelt auf 157 Mrd. Dollar, verglichen mit 65 Mrd. Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Kapitalflüsse sind auch ein Faktor, warum weltweite Finanzinstitute von der Schweizer UBS AG bis zur japanischen Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ Ltd. mit einem stärkeren Dollar bis Jahresende rechnen, da die Euroraum-Schuldenkrise sich verschärft und Investoren in die weltweite Reservewährung drängen.

Mit 62,2 Prozent ist der Dollar-Anteil an den weltweiten Devisenreserven mehr als doppelt so hoch wie für den Euro, die zweitstärkste Reservewährung, geht aus Daten des Internationalen Währungsfonds hervor. Der Anteil der weltweiten Dollar-Reserven ist der höchste seit dem dritten Quartal 2010, Mitte 2011 war er auf ein Rekordtief von 60,5 Prozent gefallen. Indes ist der Anteil des Euro so niedrig wie seit dem dritten Quartal 2006 nicht mehr.

Kommentare (9)

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Ben

30.07.2012, 14:36 Uhr

Flucht aus dem Euro in den Dollar.... typisch Affenherde Investoren.
Warum nicht gleich in Pfund oder Yen ? Ist noch mehr Schrott .....

Hermann.12

30.07.2012, 15:31 Uhr

Es ist eine logische Reaktion, wenn beim Nachbarn die Unsicherheit genauso groß ist wie zu Hause, dann bleibe ich zuhause. Das ist ein natürlicher Effekt, weil professionelles Geld immer prozyklisch agiert, weil Fondsmanager sich absichern müssen.
Es ist dabei schwer zu sagen, ob das positiv oder negativ für uns ist. Kurzfristig sinkt die Nachfrage bei uns, langfristig erleichtert das die Dollarabwertung und damit den Abbaudes Geldüberhangs im Dollar.
Letztlich komm es darauf an, wer seine Wirtschaft schneller bereinigt, denn dorthin wird dann massiv das Kapital fließen, zu deutlich geringeren Kursen.

bernardo

30.07.2012, 15:50 Uhr

walli1955 alias josefine
Träum weiter!!! Traumtänzerin!

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