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08.05.2013

12:46 Uhr

Millionenverlust

Paulson verzockt sich mit Gold

An den Börsen fällt ein Rekord nach dem anderen. Wer auf Gold gesetzt hat, sieht dagegen alt aus. So wie der Milliardär John Paulson. Der einstige Star der Hedge-Fonds-Branche verliert massiv - hält aber an Gold fest.

1000-Gramm-Goldbarren in den Werkhallen des Edelmetallkonzerns Heraeus in Hanau. dpa

1000-Gramm-Goldbarren in den Werkhallen des Edelmetallkonzerns Heraeus in Hanau.

New YorkJohn Paulson scheint das Glück verlassen zu haben. Der Hedgefonds-Manager hat mit seinem Gold-Fonds in diesem Jahr bereits fast 50 Prozent verloren. Das berichtet Bloomberg News unter Berufung auf zwei Personen mit Kenntnis der Lage. Allein im vergangenen Monat verzeichnete der Fonds demnach ein Minus von rund 27 Prozent.
Der Goldpreis war im April bis auf 1.322 Dollar eingebrochen. Mit dazu beigetragen hatte nicht zuletzt der größte Zwei-Tages- Preis-Verlust für das Edelmetall seit dem Januar 1980. Auch die Aktien von Goldproduzenten gaben kräftig nach.

Im Gold-Fonds von Paulson steckt hauptsächlich das eigene Geld des Milliardärs, wie eine der informierten Personen gegenüber Bloomberg News erklärte. Das Volumen des Fonds ist von rund 700 Millionen Dollar Ende März auf rund 500 Millionen Dollar gesunken. Ein Sprecher von Paulson & Co. wollte auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben. Insgesamt verwaltet die Firma rund 18 Milliarden Dollar.

Paulson war es im Jahr 2007 gelungen, für seine Investoren einen Gewinn von 15 Milliarden Dollar mit Wetten gegen den Markt für zweitklassige Hypotheken zu erzielen. Es war die Zeit, in der US-Immobilienmarkt in sich zusammenbrach. Doch wegen mehrerer Fehlentscheidungen von Paulson geriet der Hedge-Fonds in die Krise. Er unterschätzte die Erholung der US-Wirtschaft und setzte auf Gold sowie Goldaktien.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

An seinen Gold-Investments will Paulson trotz der schwachen Entwicklung festhalten. In einem Brief an Investoren wiederholte er in dieser Woche, dass sich die Bewertungen von Gold-Aktien derzeit auf historischen Tiefs befinden und deutliches Aufwärts-Potenzial haben. Seiner Meinung nach stellt Gold den besten Schutz vor Währungsverfall und Inflation dar.

Andere Experten sehen das anders. Coutts & Co. beispielsweise reduzierte die Gold-Investments, nachdem die Preise auf unter 1600 Dollar je Unze fielen. Die Rückkehr zum alten Hoch sei nicht sehr wahrscheinlich - es sei denn, es gebe eine Krise im Nahen Osten, eine schwächeren Dollar oder einen Inflations-Anstieg.

„Wenn alle [Notenbanken] quantitative Maßnahmen unternehmen, kommt dadurch jede Währung in gleichem Maße unter Druck, so dass es relativ betrachtet keine Gewinner oder Verlierer gibt“, sagte Gary Dugan, Chief Investment Officer bei Coutts, in einem Interview. „Zuvor war die Einschätzung verbreitet, dass die USA massive quantitative Erleichterungen vornehmen, was den Dollar belastete und die Anleger ins Gold trieb.“

Coutts & Co ist die Private-Banking-Sparte der britischen Großbank Royal Bank of Scotland. Die Gold-Investments haben nun nur noch einen Anteil von ein bis zwei Prozent an den Portfolios, nachdem es zum Ende des dritten Quartals sechs bis sieben Prozent waren.

Kommentare (20)

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investmentlegende

08.05.2013, 13:18 Uhr

Gold muss man in Münzen und Barren halten und nicht wetten !

so-ist-es

08.05.2013, 13:47 Uhr

Was soll dieser Artikel einer Milchmädchenrechnung.
Bald, sehr bald werdet ihr erkennen müssen, dass Gold/Silber das einzige sein wird, welches die unmittelbar bevorstehende Finanz-Katastrophe überleben wird.

Glaubt ihr nicht?
Ihr werdet euch wundern wie real das ist.

manu

08.05.2013, 13:50 Uhr

mal wieder ein Artikel des HB zu Gold ohne Wert, ohne eigene Einschätzung/Meinung, ohne fundierte Recherche!

HB schreibt:
"Der Goldpreis war im April bis auf 1.322 Dollar eingebrochen. Mit dazu beigetragen hatte nicht zuletzt der größte Zwei-Tages- Preis-Verlust für das Edelmetall seit dem Januar 1980."

Ach wirklich?
Ich schreibe:

"Der Apfel ist auf den Boden gefallen. Dazu beigetragen hat die Erdanziehungskraft."

Wert dieser Information?
Achtung, eine rhetorische Frage.

Viel interessanter wäre es doch gewesen, die Hintergründe des von der FED im Zusammenspiel mit den amerikanischen Banken hervorgerufene Goldabverkaufs zu durchleuchten.

Leider ist das HB dazu redaktionell nicht in der Lage.
SCHADE!!

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