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02.01.2007

21:08 Uhr

Mit Getreide Geld ernten

Favoriten für die Rohstoffmärkte

VonDieter Claassen

Für Anleger in Rohstoffen war 2006 ein Jahr der Rekorde: Der Ölpreis erreichte im Juli mit 78,40 je Fass einen historischen Höchststand, Gold stieg mit 730 Dollar je Unze im Mai auf ein 26-Jahreshoch, während sich die Preise für die Industriemetalle zum Teil mehr als verdoppelten. Analysten nennen jetzt ihre Favoriten für 2007.

Nach Ansicht von Experten wird der Preis für Getreide steigen. Foto: dpa dpa

Nach Ansicht von Experten wird der Preis für Getreide steigen. Foto: dpa

LONDON. Für John Bergtheil von der Investmentbank J.P. Morgan wird die hohe Liquidität an den Kapitalmärkten und das anhaltend kräftige Wachstum der Weltwirtschaft auch 2007 die Preise für eine Reihe von Rohstoffen weiter steigen lassen. Nur stark anziehende Zinssätze könnten das Bild trüben. Doch selbst in einem günstigen Umfeld werde der erfolgreiche Anleger selektiver vorgehen müssen als noch 2006. Agrargüter- und Edelmetalle würden 2007 wahrscheinlich besser abschneiden als die Preise für die meisten Industriemetalle und den Energiesektor.

Bergtheil reiht sich mit seiner Einschätzung in den Konsens einer Reihe von Rohstoffanalysten ein. Auch Michael Lewis von der Deutschen Bank in London sieht bei Mais, Weizen und Sojabohnen das größte Anlagepotenzial. Bei Mais sollen vor allem der wachsende Eigenbedarf Chinas und die zunehmende Verarbeitung des Agrarprodukts zu Brennstoff (in den USA entfällt bereits etwa ein Fünftel der Ernte) den Preis treiben. Die weltweiten Vorräte an Mais und Weizen sollen bis zum Herbst 2007 sogar auf den niedrigsten Stand seit 1983 schrumpfen.

Grundsätzlich halten viele Analysten agrarische Rohstoffe, vor allem gemessen an den Preissteigerungen der Metalle der letzten Jahren, immer noch für unterbewertet. So hätten sich die Preise für die Energieträger und die meisten Industriemetalle seit dem Jahr 2002 etwa verdrei- bis vervierfacht; die für Agrarerzeugnisse stiegen dagegen nur um durchschnittlich ein Sechstel.

Kevin Norrish von Barclays Capital geht von rundum stabilen bis steigenden Rohstoffpreisen für das Jahr 2007 aus. Die riesige Nachfrage Chinas im Zuge der Urbanisierung des Riesenreichs und des rapiden Ausbaus der Infrastruktur werde noch für geraume Zeit die Auswirkungen zyklischer Abschwungphasen in den „alten“ OECD-Ländern an den Rohstoffmärkten mehr als ausgleichen. Dazu komme der rapide wachsende Bedarf Indiens, Brasiliens und Russlands – die drei zählen ebenfalls zu den wachstumsstarken Giganten unter den Schwellenländern.

Norrish hält denn auch die Preiskorrektur bei den Metallen vom Mai und Juni 2006 für abgeschlossen. Der Preis für Kupfer von derzeit etwa 6400 Pfund könnte aus seiner Sicht im 2. Quartal 2007 wieder auf durchschnittlich 7700 Dollar je Tonne steigen. Wegen wachsenden Vorräte an dem roten Metall war der Preis in der zweiten Hälfte 2006 um etwa 30 Prozent gefallen – schloss damit aber immer noch mit einem Gewinn von über 40 Prozent gegenüber Jahresbeginn.

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