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07.06.2011

11:08 Uhr

Mögliche Währungsreform

China will sich vom Dollar befreien

Plant China die Abkehr vom Dollar? Darauf lässt der Bericht eines chinesischen Währungsexperten schließen. Inzwischen ist der Artikel wieder aus dem Internet verschwunden - doch die US-Währung gerät unter Druck.

Ist die Zeit ist reif für eine Währungsreform? Quelle: dapd

Ist die Zeit ist reif für eine Währungsreform?

PekingChina hat eine Reform seiner Landeswährung Yuan signalisiert. Die Bedingungen dafür seien derzeit günstig, erklärte der Chef der Abteilung für internationalen Zahlungsverkehr der Währungsaufsicht des Landes am Dienstag. Die Marktbedingungen für eine Bewegung des Yuan in beide Richtungen seien „reif“, schrieb Guan Tao in einem Artikel. Allerdings sehe er keinen Grund für eine deutliche Aufwertung des Yuan.

Zugleich warnte der Experte vor Risiken bei zu großen Währungsreserven in Dollar, weil davon auszugehen sei, dass der Dollar weiter an Wert verlieren werde.

Die Aussagen ließen die US-Währung auf breiter Front sinken: Sowohl zu einem Korb aus verschiedenen Währungen als auch zum Euro sank der Dollar auf den tiefsten Stand seit einem Monat.

Zum Schweizer Franken erreichte er ein Rekordtief von 0,8364 Franken. Der Dollar werde sich zu den meisten anderen Währungen abschwächen, erklärte der Chef der Abteilung für internationalen Zahlungsverkehr der Währungsaufsicht des Landes. Auch der Euro zog deutlich an und notierte zeitweise mit 1,4665 Dollar auf einem Vier-Wochen-Hoch.

Der Artikel des chinesischen Experten erschien auf der Website des Pekinger Think-Tanks China Finance 40 Forum, verschwand aber wieder (www.cf40.org.cn).

Niedergang des Dollars: Weltwährung im Reißwolf

Niedergang des Dollars

Weltwährung im Reißwolf

Die Welt war lange Zeit vom US-Dollar abhängig – und damit von der Geldpolitik der US-Notenbank. Das wird sich ändern. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis der Dollar seine dominierende Rolle in der Welt verliert .

Die Chinesen dürften künftig auf eine stärkere Rolle des Yuan als Reservewährung pochen. „Die chinesische Währung wird eine wichtige Rolle bei den weltweiten Reservenspielen, weil China so wichtig beim weltweiten Handel und Zahlungsverkehr ist. Geld folgt dem Handel“, hatte EU-Ratspräsident Herman von Rompuy kürzlich während eines Besuchs in China gesagt.

Allerdings müsse China zunächst die volle Konvertibilität des Yuan sicherstellen. Bisher habe die Regierung noch nicht gesagt, wann das passieren soll. Der Yuan ist und bleibt international nicht frei handelbar. Sollte er das eines Tages sein, müssten die Chinesen ihre Währung gegenüber dem Dollar deutlich aufwerten.

Fakten zu den Weltwährungen

Noch dominiert der Dollar

Der Dollar hat derzeit noch den größten Anteil an den internationalen Währungsreserven (61,4 Prozent). Darauf folgt der Euro mit 27,0 Prozent Anteilen. Das Pfund besitzt 4,1 Prozent Anteile an den internationalen Währungsreserven, der Yen 3,6 Prozent und 3,9 Prozent teilen sich sonstige Währungen.

Devisentransaktionen

85 Prozent aller Devisentransaktionen entfielen 2010 auf den Dollar. Damit hat die US-Währung an Bedeutung verloren - vor zehn Jahren war der Dollar an 90 Prozent aller Transaktionen beteiligt. Auf den Euro entfielen 2010 39 Prozent aller Transaktionen, der Yen kam auf 19 Prozent, das Britische Pfund auf 13 Prozent.

(Anmerkung.: die Zahlen summieren sich auf 200 Prozent, da bei jeder Transaktion zwei Währungen beteiligt sind, Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich)

Schuldenberge

Die Staatsschulden Chinas betragen seit fünf Jahren kontinuierlich um die 20 Prozent des BIP. Die Schulden Europas und der USA steigen hingegen an. 2010 lagen sie zwischen 80 und 90 Prozent des BIP.

Schuldenabbau durch Inflation

52.000 Milliarden Dollar beträgt die Gesamtverschuldung von Unternehmen, Staat und Bürgern der USA, das entspricht rund 355 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ökonomen vermuten, Amerika werde die Staatsschulden durch Inflation abschmelzen. Die Folge wäre ein Dollar-Crash.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

07.06.2011, 11:53 Uhr

Rettet den Euro, rettet ihn wer kann !

Nordwind

07.06.2011, 13:36 Uhr

Vielleicht befreit sich die Welt ja bald auch von China.Zurückverlagerung von Produktionskapazitäten und Beschränkung des weltweiten Freihandels auf demokratische Staaten würde schon helfen.

Account gelöscht!

07.06.2011, 14:02 Uhr

die können doch mit den andern bri(c)`s eine eigene währung machen, oder eine asien-usd gründen. das wär doch mal lustig lol

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