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01.11.2012

12:44 Uhr

Monatsbilanz

Herbe Verluste für Rohstoffanleger

Der Oktober war für Rohstoffinvestoren ein schlimmer Monat. Die Anlageklasse fällt weit hinter Aktien, Anleihen und Devisen zurück. Vor allem Metalle sind betroffen. Wo die Preise einbrachen.

Metallfräse: Nickel ist in Zeiten schwacher Konjunktur weniger gefragt. dpa

Metallfräse: Nickel ist in Zeiten schwacher Konjunktur weniger gefragt.

Der Oktober brachte Rohstoffanlegern hohe Verluste. Im vergangenen Monat liessen fallende Notierungen für Energieträger und Industriemetalle den Rohstoffmarkt so deutlich wie seit Mai nicht mehr einbrechen. Rohstoffe sind dabei hinter anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und dem US-Dollar zurückgeblieben. Gleichzeitig ist die Weltwirtschaft so langsam gewachsen wie zuletzt im Rezessionsjahr 2009.

Der aus den 24 wichtigsten Rohstoffen berechnete Standard & Poor's GSCI Total Return Index ist im Lauf des Oktobers um 4,1 Prozent gefallen und hat damit sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne aufgezehrt. Es war der zweite monatliche Rückgang in Folge und auf Jahressicht ergibt sich nun ein Minus von 0,7 Prozent. Der Welt-Aktienindex MSCI All-Country World Index gab 0,6 Prozent nach, während der US-Dollar-Index mit einem Minus von 0,02 Prozent nahezu stabil blieb. Anleihen aller Klassen lieferten positive Ergebnisse, wie der Global Broad Market Index der Bank of America Merrill Lynch belegt.

Welche Rohstoffpreise einbrachen

Orangensaft

-8,25 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Silber

- 9,89 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Zucker

- 10,30 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Blei

- 13,34 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Zink

- 10,63 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Kaffee

- 14,77 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Nickel

- 14,81 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Gelitten hat auch der Optimismus der Anleger. Der Internationale Währungsfonds IWF hat die eigene Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum gekürzt und die US-Notenbank Federal Reserve sieht Belastungen der Weltwirtschaft als “deutliche Abwärtsrisiken”. China verkündete das siebte Quartal in Folge niedrigere Wachstumsraten, in der Eurozone schrumpften Industrie und Dienstleistungssektor stärker als zuvor erwartet.

“Es ist den Märkten klar geworden, dass zu wenig Wachstum weiterhin in der ganzen Welt ein Problem ist”, sagte Vermögensverwalter Michael Cuggino von Pacific Heights Asset Management in San Francisco. Den Rohstoffinvestoren sei nunmehr klar geworden, dass eine wachsende Nachfrage wohl zunächst ausbleiben werde, sagte sein Kollege Peter Sorrentino von Huntington Asset Advisors in Cincinnati.

Alleine der Preis für Rohöl ist im Oktober um 6,5 Prozent auf 86,24 Dollar je Barrel WTI an der New York Mercantile Exchange (Nymex) gefallen und damit so stark wie seit Mai nicht mehr. Die Nymex ist die weltgrößte Warenterminbörse.

Die Mehrproduktion in den USA hatte die Lagerbestände auf Saisonhöchststände geschoben, die seit 30 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Mit 6,61 Mio. Barrel erreichte die US-Produktion den höchsten Wert seit Mai 1995. Neue Fördermethoden - darunter das in Europa umstrittene so genannte Fracking in den Bundesstaaten North Dakota, Texas und Oklahoma - trugen dazu bei.

Diese Rohstoffpreise blieben stabil

Heizöl

- 5,37 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Gas

- 4,75 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Baumwolle

-5,64 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Weizen

- 3,87 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Lebende Rinder

-1,65 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Mais

- 4,4 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Soya

Soya-Mehl: - 5,74 Prozent

Soya-Bohnen: - 3,70 Prozent

Soya Öl: - 4,22 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Gold

- 5,27 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Schlachtschweine

-2,21 Prozent

Preisverfall Oktober zum Vormonat. Quelle: Bloomberg.

Von den 24 Rohstoffen im GSCI-Index sind 20 im Oktober gefallen. Gold verlor 3,1 Prozent und verzeichnete den ersten Preisrückgang seit fünf Monaten. Der Nickelpreis sackte an der London Mercantile Exchange um zwölf Prozent ab - das erste Minus seit drei Monaten - und der Zinkpreis erlitt mit minus elf Prozent den höchsten Monatsverlust in diesem Jahr.

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Kommentare (10)

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Account gelöscht!

01.11.2012, 12:56 Uhr

Der 3-Jahres-Chart von Gold zeigt einen intakten Aufwärtstrend.
Der Artikel erwähnt Gold nicht, zeigt aber eine Abbildung von Goldbarren um, im Zusammenhang mit der Überschrift, beim Leser zu suggerieren, dass man mit Gold Verluste macht.
Das ist unseriöser Journalismus, liebes Handelsblatt.

Account gelöscht!

01.11.2012, 12:56 Uhr

Einer der vielen Anti-Gold Artikeln angeführt vom Chefredakteur.
Nun zu den Fakten: Einige Hedgefonds und fast alle amerikanischen Investmentbanken haben eine konzentrierte Aktion mit unglaublich vielen Put-Optionen ab dem 1.10.2012 gestartet.
Ein Blick auf den Goldchart verrät eigentlich alles.
Wenn diese Finanzverbrecher sich die Finger verbrannt haben, dürfen sie den Artikelneu schreiben, denn ich sehe den Kurs Anfang nächstes Jahr bei 2000 Dollar aufwärts.

Wollen wir wetten?

Account gelöscht!

01.11.2012, 13:13 Uhr

Lieber Steuerzahler, leider nicht ganz richtig.... siehe:


Gold verlor 3,1 Prozent und verzeichnete den ersten Preisrückgang seit fünf Monaten.

Aber sie haben natürlich Recht mit Ihrer Aussage, das ist übrigens nicht der Erste negative Artikel über Gold. Hier gibt es zu diesen Thema eindeutige Tendenzen, aber bitte jeder soll das tun was er will.

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