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14.11.2014

10:48 Uhr

Nach BIP-Zahlen

Konjunkturdaten können Euro nicht helfen

Deutschlands Wirtschaftswachstum ist besser ausgefallen als erwartet – auch Frankreich überraschte und konnte erstmals in diesem Jahr ein Plus beim BIP verzeichnen. Den Euro-Anlegern ist das aber zu wenig.

Deutschlands Wirtschaft ist doch nicht geschrumpft. Für die Devisenanleger war das Miniwachstum aber zu wenig – der Euro gibt nach. dpa

Deutschlands Wirtschaft ist doch nicht geschrumpft. Für die Devisenanleger war das Miniwachstum aber zu wenig – der Euro gibt nach.

Frankfurt/MainDer Euro ist am Freitag trotz besser als erwartet ausgefallener Wachstumszahlen aus Deutschland und Frankreich gesunken. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung bei 1,2439 US-Dollar und damit fast einen halben Cent tiefer als am Vorabend. Am Donnerstagmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2456 festgesetzt.

Nach der Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten aus dem Wirtschaftsraum konnte sich der Euro allerdings etwas vom Tagestief bei 1,2427 Dollar lösen. Deutschland ist als größte europäische Volkswirtschaft im dritten Quartal knapp an der Rezession vorbeigeschrammt, die Wirtschaftsleistung legte leicht um 0,1 Prozent zu. In Frankreich ist die Wirtschaft in den Monaten Juli bis September stärker als erwartet in Schwung gekommen, das Plus liegt bei 0,3 Prozent.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Im Tagesverlauf werden die Wachstumsdaten für die gesamte Eurozone veröffentlicht. Nach Einschätzung des Experten Lutz Karpowitz von der Commerzbank dürfte dann wieder deutlich werden, dass die Konjunktur im Währungsraum nicht wirklich in Schwung kommt. Am Devisenmarkt spekulierten die Anleger daher auf ein noch stärkeres Öffnen der Geldschleusen durch die Europäische Zentralbank, begründete Karpowitz den schwachen Euro.

Von

dpa

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