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10.02.2014

16:53 Uhr

Nach dem Absturz

Bitcoin legt wieder zu

Nichts für schwache Nerven: Über Mittag verlor die virtuelle Währung 21 Prozent. Ein Programmierfehler war möglicherweise schuld. Die Panik der Bitcoin-Nutzer währte Stunden. Inzwischen geht es wieder bergauf.

Innerhalb weniger Minuten ist der Kurs der virtuellen Währung am Mittag eingebrochen. dpa

Innerhalb weniger Minuten ist der Kurs der virtuellen Währung am Mittag eingebrochen.

DüsseldorfDie Bitcoin-Gemeinde ist verunsichert: Gegen 12 Uhr mittags deutscher Zeit war der Kurs der virtuellen Währung um mehr als ein Fünftel eingebrochen, von rund 681 auf 539 Dollar. Der Kursverlust war dabei nicht zuletzt Folge einer technischen Panne, die die führende Bitcoin-Börse Mt. Gox bereits am Freitag eingeräumt hatte.

Zum Ende der Woche hatte die in Tokio ansässige Börse einen Programmierfehler bei Überweisungen auf Konten Dritter eingeräumt; anschließend hatte Mt. Gox in einem Blog-Eintrag mitgeteilt, dass Barabhebungen von Bitcoins vorübergehend eingestellt würden, „um eine klare technische Sicht der Währungsprozesse zu erhalten”.

Bis zum Montag wollte die Börse die technischen Probleme eigentlich behoben haben und auch Abhebungen wieder möglich machen. Stattdessen hatte der in Tokio ansässige Handelsplatz um die Mittagszeit (deutscher Zeit) ein kurzes Statement herausgegeben, wonach weiter hart an der Lösung des Problems gearbeitet werde.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Allerdings scheint die ärgste Panik der Bitcoins-Nutzer verflogen. Bis zum späten Nachmittag erholt sich der Kurs – und steht zuletzt nur rund drei Prozent unter seinem Startkurs am Montag.

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Kommentare (6)

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Anu

10.02.2014, 16:40 Uhr

MtGox spielt so gut wie keine Rolle mehr - der Flashcrash war völlig ungerechtfertigt. Das war ne super Gelegenheit zum einsteigen. Inzwischen hat sich der Kurs aber wieder fast erholt. Im Moment sind wir bei -2,3% (Bitstamp)

Irgendwie erinnert mich das an den Flashcrash als Silkroad hochgenommen wurde. In der Folge kam es zu einem massiven Anstieg.

166293

10.02.2014, 16:44 Uhr

Als ich früher zur Schule ging, hätte mir mein Deutschlehrer für das Komma zwischen "tätigen" und "noch" das Schulheft um die Ohren gehauen. Gibt es bei Ihnen überhaupt noch Lektoren? Wenn nicht, geben Sie Ihren Redakteuren doch bitte einmal einen Duden zur Hand. Sie würden sich von der Konkurrenz wohltuend abheben.

Grandmaster

10.02.2014, 16:56 Uhr

Bitcoin werden platt gemacht, da die Währung sich als Alternative zum Fiat Money entwickeln wollte.

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