Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2016

17:55 Uhr

Nach dem Frankenschock

Euro kurzzeitig über 1,10 Franken

VonJulian Trauthig

Noch vor einem Jahr sprang der Wechselkurs der Schweizerischen Währung nach der Aufhebung der Mindestbindung zum Euro nach oben. Jetzt erobert er kurzfristig eine runde Marke zurück.

Erstmals seit dem Frankenschock stieg der Wechselkurs von einem Euro auf 1,10 Franken. dpa

Schweizerischer Franken

Erstmals seit dem Frankenschock stieg der Wechselkurs von einem Euro auf 1,10 Franken.

DüsseldorfDer Euro hat am Montag der zweite Mal seit dem Frankenschock zumindest kurzzeitig die Marke von 1,10 Franken durchbrochen. Zuletzt hatte er den Wert Mitte September erreicht. Grund dafür dürfte diesmal vor allem ein starker Euro-Kurs zum Wochenauftakt gewesen sein. Der Kurs nahm damit kurzzeitig eine weitere Hürde auf dem Weg zu einem Kurs von 1,20 Franken. Diese Marke hatte die Schweizerische Nationalbank noch vor einem Jahr als Mindestkurs vorgegeben, bevor sie die Bindung aufgab.

Der Chef der Schweizerischen Nationalbank Thomas Jordan hatte schon zum Jahrestag der Aufhebung der Euro-Bindung Mitte Januar vermutet, dass sich der Franken in diese Richtung bewegen werde. „Wir gehen davon aus, dass der Franken auf dem Niveau bleibt - sich respektive noch leicht abschwächt“, sagte er in einem SRF-Radiointerview. Der Kurs hatte sich in den vergangenen Monaten bei 1,08 Franken je Euro eingependelt.

Schweiz und Euro: Der Frankenschock bremst den Tourismus

Schweiz und Euro

Der Frankenschock bremst den Tourismus

Ein Jahr nach der Aufhebung der Frankenbindung an den Euro spüren die Eidgenossen die wirtschaftlichen Folgen. Touristen ist die Schweiz als Urlaubziel zu teuer. Wer sind die Gewinner und Verlierer der Tourismusbranche?

Am 15. Januar 2015 hatte die Notenbank verkündigt, einen Mindestkurs aufzuheben, der die Schweizer Exportwirtschaft hatte schützen sollen. Die Nachricht löste ein wahres Beben an den Weltmärkten aus. Der Kurs stürzte bis auf 0,85 Franken je Euro ab. Innerhalb von zwei Tagen wurden 16 Prozent des Wertes der 20 größten schweizerischen Börsenunternehmen vernichtet.

Franken-Freigabe jährt sich: Der Schock wirkt nach

Franken-Freigabe jährt sich

Premium Der Schock wirkt nach

Ein Jahr nach der Freigabe des Franken sehen Strategen Schweizer Aktien skeptisch. Der Wechselkurs hat sich zwar tendenziell beruhigt, doch die starke Währung lastet auf den Unternehmensgewinnen.

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der starke Franken weiterhin die heimischen Unternehmen belasten werde. „Wir werden auch in diesem Jahr noch massive Probleme mit dem Export haben“. Viele Unternehmen hatten zum Jahrestag über Nachfrageeinbrüche geklagt.

Konjunkturexperte:  „Währungsrisiko besser absichern“

Konjunkturexperte

Premium „Währungsrisiko besser absichern“

Die Franken-Stärke ist hausgemacht, sagt Felix Brill, Chef der Züricher Beratung Wellershoff & Partners. Investitionen in die Schweiz könnten sich seiner Meinung nach dennoch auszahlen.

Für Maurer sei die schweizerische Wirtschaft dennoch gut aufgestellt. „Gegen den starken Franken und schwachen Euro ist mit vielen Innovationen gegenhalten worden“. Im Vergleich zu anderen Ländern stünde man gar nicht so schlecht da. „Wir müssen aber unsere Hausaufgaben machen.“, sagte Maurer Ende vergangener Woche.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×