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21.08.2015

14:57 Uhr

Nach dem Ölpreisverfall

Warum Tanken bald noch billiger wird

VonJürgen Röder

Der Ölpreis hat sich innerhalb eines Jahres mehr als halbiert – das zieht die Preise für Benzin mit nach unten. Verbraucher können sich freuen. Wie tief der Ölpreis noch fallen könnte. Das Tool der Woche.

Eine freie Tankstelle mit der Aufschrift "Günstig tanken": Die Preise für Benzin dürften bald um 20 Cent pro Liter fallen, vermutet die Commerzbank. dpa

Tankstelle

Eine freie Tankstelle mit der Aufschrift "Günstig tanken": Die Preise für Benzin dürften bald um 20 Cent pro Liter fallen, vermutet die Commerzbank.

DüsseldorfAutofahrer können angesichts der deutlich gesunkenen Rohölpreise vermutlich bald viel billiger tanken. Er halte es für „wahrscheinlich“, dass der Benzinpreis auf den Stand von Januar falle und damit um bis zu 20 Cent pro Liter günstiger werde, sagte der Rohstoffexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg, der „Bild“-Zeitung. Zu Jahresbeginn hatte ein Liter Super E10 rund 1,24 Euro gekostet, derzeit sind es bis zu 1,45 Euro.

Denn Rohöl ist aktuell so billig wie zuletzt vor mehr als sechs Jahren. Am heutigen Freitag fiel der Preis weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete nur 46,15 US-Dollar. Das waren 47 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober fiel um 41 Cent und lag bei 40,91 Dollar. Damit haben sich die Preise seit einem Jahr mehr als halbiert.

Die aktuellen Preise für Brentöl und die Daten zu Wertentwicklung des schwarzen Goldes finden Sie auf der Rohstoffseite von Handelsblatt Online.

Warum der Ölpreis so dramatisch gefallen ist: Die USA hat durch die Schieferölförderung in nur vier Jahren die eigene Ölproduktion nahezu verdoppelt. „Das dadurch steigende Angebot will und kann die OPEC auch mittelfristig durch eigene Produktionskürzungen nicht kompensieren“, meint Maximilian Uleer, Portfoliomanager bei Sal. Oppenheim. „Stattdessen pumpen die Mitgliedsstaaten immer mehr Öl, um ihre Haushalte trotz fallender Preise im Griff zu behalten.“

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Was die Autofahrer freut, hinterlässt sowohl bei Anlegern als auch bei Unternehmen keinen Jubel . Im Gegenteil. „Die Lage am Rohölmarkt ist gegenwärtig eher ein Spiegel der weltwirtschaftlichen Entwicklung als deren Ursache“, meint Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Der Ölpreis sei im freien Fall wegen der Ängste rund um die Weltwirtschaft. Während der Ölpreis in den kommenden Wochen und Monaten weniger von fundamentalen Einflüssen als von Unsicherheiten geprägt sein sollte, wird nach Einschätzung von Kater die Entwicklung im kommenden Jahr dann von der tatsächlichen Weltkonjunktur bestimmt.

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

21.08.2015, 15:34 Uhr

Ein niedriger Ölpreis ist gut für die Wirtschaft. Nur Herr Draghi wird uns das wieder als schädliche Deflation mit negativer Kaufzurückhaltung erklären. Und wir werden es wieder schlucken!

Herr Peter Noack

21.08.2015, 15:53 Uhr

Wie bezeichnete man früher die Kaffeesatzleser oder die Sterndeuter? Was sollen denn das für Experten und Anlagestrategen sein? In fünf Monaten, Anfang des nächsten Jahres, soll Öl wieder 60 Dollar kosten. Das war doch vor drei Monaten auch schon so. ,Ist das dann die berühmte Schulter - Kopf - Schulter Formation der Charttechniker?
Solange für diese Strategen "mittelfristig" kaum länger als 6 Monate bedeutet, können die nicht richtig "rechnen". Wie berechnet man denn das Steigen oder Sinken des Ölpreises, der reine Spekulation ist.
Der Verbraucher muss immer den Preis an der Tankstelle bezahlen, der dort angezeigt ist. Was würde denn das Handeln um den Preis bringen, wenn das Benzin schon im Tank ist.
Was haben diese Portfoliomanager denn für ihre Banken im letzten Jahr verdient?

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