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22.01.2015

19:47 Uhr

Nach der EZB-Entscheidung

„Gold ist eher eine spekulative Anlage“

VonJürgen Röder

Die Schweizer Notenbank und die EZB haben dem Goldpreis wieder Leben eingehaucht. Geht dieser rasante Preisanstieg so weiter? Viele Experten sind skeptisch. Einige prognostizieren Anlegern attraktivere Einstiegskurse.

Gold ist immer dann besonders gefragt, wenn globale Krisen zunehmen. Getty Images

Gold ist immer dann besonders gefragt, wenn globale Krisen zunehmen.

Die Entscheidung der Schweizer Notenbank, ihre Währung vom Euro zu entkoppeln, hat nicht nur den Aktien- und den Devisenmarkt durcheinander gewirbelt. Es war auch der Startschuss für eine Erholung des Goldpreises. Auch das billionenschwere Anleihekaufprogramm der EZB, das am Donnerstag präsentiert wurde, sollte dem Goldpreis weiteren Auftrieb verleihen.

Der Preis pro Feinzunze (rund 31 Gramm) stieg innerhalb weniger Minuten kräftig an und legte nach der Notenbank-Entscheidung vom 15. Januar von 1125 Dollar auf mittlerweile mehr als 1300 Dollar zu. Damit ist der Preis für das gelbe Edelmetall seit Jahresbeginn ist um mehr als zehn Prozent gestiegen. Und die Aussichten auf weitere Kurssteigerungen sind da.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Denn Gold ist immer dann besonders gefragt, wenn globale Krisen zunehmen. So hat die Ukraine-Krise 2014 beispielsweise den Kurssturz seit dem Rekordhoch bei 1921 Dollar aus dem Jahr 2011 einigermaßen gestoppt. Im vergangenen Jahr fiel der Goldpreis zwar das zweite Jahr in Folge und lag zum Jahresschluss mit 1,4 Prozent im Minus. Doch der Preis konnte sich oberhalb von 1130 Dollar stabilisieren.

Die politische Großwetterlage - unter anderem mit der Wahl in Griechenland am Wochenende - bleibt weiterhin turbulent. Und damit stehen die Chancen auf einen weiter steigenden Goldpreis gut. Doch das gelbe Edelmetall ist kein Investment ohne Risiken. Es galt früher als Grundbaustein eines jeden konservativen Portfolios. Doch die Zeiten sind längst vorbei. Im Jahr 2013 beispielsweise  verlor das Edelmetall 28 Prozent an Wert.

„Gold ist eher eine spekulative Anlage“, meint deshalb Carsten Mumm, Leiter Asset-Management bei der Privatbank Donner & Reuschel. Denn im Gegensatz zu anderen Anlagemöglichkeiten bietet Gold keine Zinszahlungen und keine Dividenden.

Der Börsenexperte rät, Goldinvestments unter dem Aspekt der langfristigen Wertsicherung zu betrachten. Beispiele dafür gibt es genug. So kostete 1908 der Ford T,  das erste am Fließband hergestellte Automobil, 850 Dollar. Das entsprach rund 41 Unzen Gold. Heute gibt es für rund 40.000 Euro ebenfalls einen Wagen der gehobenen Mittelklasse. „Eine Anlage in Gold dient eher dem Werterhalt“, so das Fazit von Mumm.

Kommentare (11)

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Herr x y

22.01.2015, 20:11 Uhr

Blöder geht's nimmer. Mit Gold spekuliert man nicht. Man hat es und schläft ruhig, wenn es gut verbuddelt ist. Das bißchen Klimpergeld, um zu leben, hat man allemal im Hosensack.

Account gelöscht!

22.01.2015, 20:12 Uhr

„Gold ist eher eine spekulative Anlage“

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Nur wer GOLD in den eigenen Hände hält...

hat auch eine Wahre Währung !

Aktien sind ein Stück Papier im Depot...

Geld verliert täglich seine Kaufkraft...

und Gold bleibt einem erhalten...

außer man wird politisch ausgeraubt.






Account gelöscht!

22.01.2015, 20:15 Uhr


In dem USA wurden 1933 alle 20 US-Gold-Dollar vom Staat einkassiert ????????????

Was glaubt der Europäer was dem Europäer bei weiterem verschulden der EU zu vorsteht ???????????????




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