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26.02.2013

08:54 Uhr

Nach der Wahl

Euro fällt auf Sieben-Wochen-Tief

Das Wahlergebnis in Italien bereitet Anlegern Kopfzerbrechen. Die Furcht vor einem Rückschlag bei der Bewältigung der Euro-Krise hat die Gemeinschaftswährung fallen lassen. Der Schweizer Franken legte hingegen zu.

Anleger fürchten, dass neue Probleme auf den Euro zukommen. Reuters

Anleger fürchten, dass neue Probleme auf den Euro zukommen.

FrankfurtDer Euro hat am Dienstagmorgen die Verluste vom späten Montag noch etwas ausgeweitet. Für Belastung sorgte das unklare Wahlergebnis in Italien. Der Favorit bei den Wahlen, der Führer des Mitte-Links- Bündnisses, Pier Luigi Bersani, kommt zwar in der Abgeordnetenkammer auf eine Mehrheit, nicht aber in der zweiten Kammer, dem Senat. Im Senat würde auch eine Koalition mit den von Mario Monti geführten Parteien nicht für eine Mehrheit reichen. Rechnerisch würde eine Koalition mit der Partei des Ex- Komikers Beppe Grillo zu einer Mehrheit führen. Beobachter sprechen bereits davon, dass Neuwahlen unvermeidlich seien.

„Die politische Unsicherheit macht die Investoren besorgt und verringert den Appetit auf riskantere Anlagen“, sagte Sun Sung In, Analyst bei Shinhan Investment Corp. in Seoul. Die europäische Einheitswährung wurde zuletzt bei 1,3042 Dollar 0,2 Prozent tiefer gehandelt. Am Montag hatte der Euro zunächst um bis zu 0,8 Prozent zugelegt und im späteren Verlauf knapp ein Prozent eingebüßt. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den italienischen Wahlen belastet die Märkte sehr stark“, sagte Andrew Salter, Währungsstratege bei der Australia & New Zealand Banking Group Ltd. in Sydney. „Die Märkte werden in dieser Unsicherheit gefangen bleiben, bis diese geschwunden ist. Der Euro wird schwach bleiben“, fügte er an.

Der Euro hatte in den vergangenen sechs Monaten 5,1 Prozent zugelegt und damit die beste Entwicklung unter den Währungen von zehn Industrieländern verzeichnet. Das zeigen die Bloomberg Correlation-Weighted Indexes. Der größte Verlierer war der Yen mit einem Verlust von 15,8 Prozent. Belastung für den Yen kommt von der Aussicht auf eine weiter gelockerte Geldpolitik durch die Bank of Japan. Der Yen stieg am Dienstagmorgen 0,3 Prozent zum Euro auf 119,57 Yen und lag zum Dollar 0,2 Prozent im Plus bei 91,64 Yen. Der Schweizer Franken stieg 0,2 Prozent zum Euro auf 1,2150 Dollar. Zum Dollar war der Franken 0,1 Prozent stärker bei 93,14 Rappen.

Kommentare (1)

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Gast

26.02.2013, 08:53 Uhr

Wäre jemand so freundlich und könnte erklären, was so alles den Kurs des Euro beeinflusst? Im besonderen hinein in dieses "Tief"? Tatsächlich nur italiens Politik?

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