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02.08.2012

17:15 Uhr

Nach EZB-Erklärung

Euro unter Druck - Spaniens Rendite steigt

Draghi schickt den Euro auf Talfahrt. Die europäische Währung sackt um zwei US-Cent ab. Die Renditen auf zehnjährige spanische Anleihen stiegen über sieben Prozent.

Der Euro fällt nach der EZB-Pressekonferenz. dpa

Der Euro fällt nach der EZB-Pressekonferenz.

FrankfurtAm Devisenmarkt haben Anleger enttäuscht auf Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, zu weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise reagiert. Als klar wurde, dass die Notenbank nicht sofort mit dem Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Eurostaaten beginnt, rutschte der Euro unter die Marke von 1,22 Dollar und erreichte bei 1,2175 Dollar den tiefsten Stand seit einer Woche. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,2346 (Mittwoch: 1,2298) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8100 (0,8131) Euro.
Die EZB wird nicht einfach das seit März auf Eis liegende Kaufprogramm für Staatsanleihen reaktivieren. Hierauf hatten viele Anleger spekuliert, nachdem Notenbankchef Draghi in der vergangenen Woche mit starken Worten weitere Maßnahmen angedeutet hatte. Nach den jüngsten Aussagen von Draghi wurde jedoch deutlich, dass die Notenbank den Rettungsfonds EFSF bei möglichen Anleihekäufen mit im Boot haben will.
Auch wenn es keinen unmittelbaren Kauf von Staatsanleihen geben wird, zeigten sich Experten in ersten Einschätzungen nicht so enttäuscht von den Draghi-Aussagen wie die Anleger am Devisenmarkt. Der Notenbankchef habe vielmehr eine „starke Nachricht“ gesendet, kommentierte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. Der EZB-Chef habe „geliefert“. Jetzt müssen aber auch die Regierungen der Eurozone bereit sein, den bereits existierenden Rettungsfonds EFSF bei der Euro-Rettung in Anspruch zu nehmen, sagte Schmieding weiter.

Die Renditen auf zehnjährige spanische Anleihen stiegen am Donnerstag über sieben Prozent. Diese Marke gilt für die Staatsfinanzierung als langfristig untragbar. Draghi hatte neue Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank von Papieren der Euro-Krisenstaaten wie Italien und Spanien in Aussicht gestellt. Als Voraussetzung dafür müssten diese Länder aber zuerst unter die Rettungsschirme schlüpfen. Dagegen wehren sich Italien und Spanien bisher strikt, um harte Auflagen als Gegenleistung für Finanzhilfen zu vermeiden.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

02.08.2012, 13:13 Uhr

Ei wer hat den Mist wohl gekauft ??
Die Lügen und Manipulationen gehen weiter bis zur letzten Minute....

Nachtigallickhoerdirtrapsen

02.08.2012, 13:28 Uhr

...einmal darf man raten! "Die spinnen, die Römer"...
Nachdem ja etliche "Kapitalsammelstellen" ihre Bestände an fraglichen Bonds wegen der unüberschaubaren Risiken abgebaut haben und bekanntgaben, solche "Investitionen" zurückzustellen, dürften nur noch 2 Kapitalvernichtungs-stellen infrage kommen, der ESM, den es ja noch gar nicht gibt und die EZB. Und die höhere Nachfrage als das Angebot würden ja dazu passen!!!!!!!!

Account gelöscht!

02.08.2012, 17:13 Uhr

Er kostete zeitweise 1,2296 Dollar, nach 1,2274 Dollar unmittelbar vor Bekanntgabe der Platzierung.
Ich glaube die spinnen täglich schwankt der Euro in etwa derselben Spanne ob mit oder ohne Anleihenplatzierung.

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