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14.10.2015

15:26 Uhr

Nach Inflationsdaten

China lässt Gold wieder glänzen

In China wachsen die Preise nicht so schnell wie erwartet. Die Anleger glauben, dass die Notenbank deshalb die Zügel noch weiter lockert – und kaufen Gold. Das Edelmetall ist so gefragt wie seit Juli nicht mehr.

Besonders in Asien sind haben die Goldpreise in den vergangenen Monaten gelitten. Ist eine Trendwende in Sicht? Reuters

Gold ist wieder beliebt

Besonders in Asien sind haben die Goldpreise in den vergangenen Monaten gelitten. Ist eine Trendwende in Sicht?

DüsseldorfDie Furcht vor einer chinesischen Konjunkturabkühlung hat nun einen neuen Indikator bekommen: die niedrige Inflation. Am Dienstag teilte die chinesische Statistikbehörde mit, dass die Verbraucherpreise im Reich der Mitte im September um 1,6 Prozent gestiegen seien. Analysten hatten mit einer Teuerungsrate von 1,8 Prozent gerechnet. Die Erzeugerpreise, die ebenfalls veröffentlich wurden, fielen sogar um 5,9 Prozent. Sie sind seit drei Jahren nicht mehr gestiegen.

Für viele Anleger heißt es jetzt: Gold kaufen. Sie glauben, dass die niedrige Inflation im Reich der Mitte die chinesische Notenbank dazu bewegen könnte, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Bereits im Sommer hatte die Notenbank die Zügel locker gelassen, um Wirtschaft nach dem Crash am Aktienmarkt aufzufangen. Nord LB-Analyst Frederik Kunze glaubt, dass immer mehr Marktteilnehmer von der Staatsführung erwarten, mit lockerer Geldpolitik gegen die drohende Konjunkturabkühlung zu steuern. Die Machthaber stünden unter „zunehmendem Handlungsdruck”. Die Anleger reagierten prompt auf die Zahlen: Am Morgen kostete eine Unze Gold 1174 US-Dollar und damit so viel wie seit dem 6. Juli 2015 nicht mehr.

Die Goldbarren der Bundesbank – und wo sie liegen

Frankfurt

Lagerort: Deutsche Bundesbank

Anzahl der Barren: 95.364

Gewicht: 1.200 Tonnen

London

Lagerort: Bank of England

Anzahl der Barren: 35.066

Gewicht: 439 Tonnen

New York

Lagerort: Federal Reserve Bank of New York

Anzahl der Barren: 115.431

Gewicht: 1450 Tonnen

Paris

Lagerort: Banque de France

Anzahl der Barren: 24.455

Gewicht: 308 Tonnen

Quelle

Deutsche Bundesbank. Stand: 31.12.2014 (veröffentlicht am 7.10.2015)

Dabei spielt auch die Geldpolitik der Fed eine Rolle: Sollte die US-Notenbank ihre Zinswende ins nächste Jahr hineinverschieben, müssten Anleger mit einer doppelten geldpolitischen Lockerung klarkommen. Das macht das Parken von Barem in Barren wieder attraktiv. Noch vor wenigen Wochen war das anders. Der Preis für Gold sank im Juli auf ein Fünfjahrestief. Besonders in Asien musste das Metall damals herbe Verluste hinnehmen und rutschte zeitweise auf unter 1100 US-Dollar je Unze. Viele der Investoren rechneten damals fest mit steigenden Zinsen in den USA noch in diesem Jahr. Bislang ist die Zinswende ausgeblieben und immer mehr Anleger glauben, dass die Fed erst im kommenden Jahr die Zügel strafft.

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