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09.06.2014

17:04 Uhr

Nach Konjunkturdaten

Euro fällt unter 1,36 US-Dollar

Das Vertrauen der Investoren sinkt: Konjunkturdaten aus China und Japan haben den Euro leicht fallen lassen. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3608 Dollar fest. Die Blicke der Händler ruhen auf Portugal und Sentix.

Der Euro zeigt sich recht träge. dpa

Der Euro zeigt sich recht träge.

Frankfurt/MainDer nach der Zinssenkung durch die EZB steigende Renditenachteil der deutschen zehnjährigen Staatsanleihen zu den US-Pendants hat am Pfingstmontag den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung rutschte um mehr als einen halben US-Cent auf 1,3583 Dollar. „Die Renditeunterschiede sprechen gegen den Euro“, stellte Commerzbank-Analyst Peter Kinsella fest.

Das Vertrauen der Investoren im Euroraum hatte sich unerwartet weiter eingetrübt. Trotz einer erneuten Billiggeld-Offensive der EZB zweifeln Anleger immer stärker an der wirtschaftlichen Erholung im Währungsraum. Der Sentix-Konjunkturindex war im Juni deutlich auf 8,5 Punkte nach 12,8 Punkten im Vormonat gefallen, wie das Analyse-Institut mitteilte. Es ist das zweite Minus in Folge, das Barometer liegt nun auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2013. Ökonomen hatten mit einem Anstieg des Indikators auf 13,3 Punkte gerechnet. „Der klare Rückgang ist überraschend, weil die EZB letzten Donnerstag erneut umfassende Maßnahmen ergriffen hat, um Wirtschaftswachstum und Inflation anzuschieben“, kommentierte Sentix-Experte Sebastian Wanke.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80985 (0,81080) britische Pfund, 139,39 (139,71) japanische Yen und 1,2193 (1,2185) Schweizer Franken festgelegt. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1253,50 (1247,50) Dollar gefixt.

Am Rentenmarkt zog die Verzinsung der zehnjährigen US-Staatsanleihen am Montag bis auf 2,622 von 2,597 Prozent am Freitag an. Die entsprechenden deutschen Bundesanleihen rentierten bei 1,327 nach 1,312 Prozent deutlich niedriger. Die Umsätze waren allerdings nicht sehr hoch, da feiertagsbedingt in Europa viele Anleger fehlten.

Unterstützung bekam der Euro vom Terminmarkt, wo laut Händlern Optionen zu 1,35 und 1,37 Dollar fällig werden. Dies dürfte kurzfristig den Euro stabilisieren und größere Kursverluste verhindern, hieß es.

Am Donnerstag war der Euro im Sog der Zinssenkung durch die EZB bis auf ein Vier-Monats-Tief von 1,3503 Dollar gerutscht. Während die Zentralbank in Frankfurt neben der Zinssenkung auf ein Rekordtief von 0,15 Prozent eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Ankurbelung der Kreditvergabe ankündigte, stehen in den USA die Zeichen auf Straffung der Geldpolitik. Schon seit Jahresbeginn drosselt die US-Notenbank Fed die Geldflut. Zwar wird derzeit in der weltgrößten Volkswirtschaft noch keine Zinserhöhung erwartet. Doch dürfte die Zinswende in den USA deutlich schneller als in der Euro-Zone kommen.

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