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18.04.2013

18:01 Uhr

Nach Kurseinbruch

Euro fängt sich wieder

Nach dem Kursrutsch hat sich der Euro am Donnerstag im späten Handel stabilisiert. Devisenexperten fehlt es aber an einer klaren Richtung auf dem Markt. Orientierung bieten die Platzierungen spanischer Anleihen.

Eine österreichische Ein-Euro-Münze mit eine Abbild von Wolfgang Amadeus Mozart dpa

Eine österreichische Ein-Euro-Münze mit eine Abbild von Wolfgang Amadeus Mozart

FrankfurtDer Eurokurs hat sich am Donnerstag ein wenig von seinen deutlichen Vortagesverlusten erholt. Die Europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,3080 US-Dollar gehandelt. Zeitweise war der Euro zuvor bis auf 1,3021 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3045 (Mittwoch: 1,3129) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7666 (0,7617) Euro.

„Insgesamt fehlt dem Markt jedoch eine klare Richtung“, sagte Sebastian Sachs, Devisenexperte beim Bankhaus Metzler. „Eine griffige Erklärung für die teilweise starken Kursbewegungen ist kaum zu finden.“ Positiv für die Eurozone sei jedoch die anhaltende Entspannung an den Anleihemärkten. Spanien hatte sich mit zehnjährigen Anleihen so günstig refinanziert wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Am Sekundärmarkt gingen die Risikoaufschläge für italienische und spanische Anleihen weiter zurück. „Die jüngste Entwicklung ist schon bemerkenswert, da man beide Länder nicht als sichere Häfen bezeichnen kann“, sagte Sachs.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Die weiterhin unklare politische Lage in Italien sorgt jedoch für Verunsicherung. „Die im ersten Wahlgang in Italien gescheiterte Präsidentschaftswahl hat den Euro vorübergehend etwas belastet“, sagte Sachs. Der zunächst aussichtsreichste Kandidat Franco Marini hat in der ersten Runde der italienischen Staatspräsidentenwahl die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit am Donnerstag klar verpasst. Eine baldige Regierungsbildung dürfte damit noch unwahrscheinlicher geworden sein.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85480 (0,86130) britische Pfund, 128,40 (128,51) japanische Yen und 1,2164 (1,2149) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1393,75 (1392,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.840,00 (33.100,00) Euro.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

18.04.2013, 09:30 Uhr

Draghis „Religion“: Die Löhne müssen runter !

Nun - Draghis Überrumpelung Hollandes bestand in einem arglistigen Trick, der sicher nicht unter „Versehen“ oder politischer Naivität abzubuchen ist. Der stets arrogante EZB-Chef hat einfach Äpfel mit Kürbissen verglichen, indem er die Produktivität r e a l berechnete (also inflationsbereinigt) – die Lohnentwicklung jedoch n o m i n e l l dieser in der Grafik gegenüberstellte: das Ergebnis führte zu einer Darstellung, die die Lohnsteigerung „explosiv ansteigend“ darstellte – währenddessen sich die Produktivität gemächlich entwickelte. Besonders gravierend ist dies im direkten Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich zu sehen, was zu einigen giftigen Kommentaren der „wohlgefühlten Ökonomen-Journaille“ querbeet durch die deutsche Medienlandschaft führte und Frankreich umgehend als DAS Problem der Eurozone an die Wand genagelt wurde.

http://ow.ly/k939g

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