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09.05.2011

16:39 Uhr

Nach Preisrutsch

Anleger kehren zu Rohstoffen zurück

Kaum sind die Preise auf den Rohstoffmärkten dramatisch eingebrochen, wittern einige schon wieder gute Kaufgelegenheiten. Die Preise für Öl, Metalle und Agrarrohstoffe erholen sich bereits wieder.

Der Ölpreis hat sich nach drastischen Einbrüchen wieder erholt. Quelle: dapd

Der Ölpreis hat sich nach drastischen Einbrüchen wieder erholt.

Nach dem jüngsten Preisrutsch sind Anleger zu Wochenbeginn mit Käufen an die Rohstoffmärkte zurückgekehrt. Insbesondere der Ölpreis legte kräftig zu, aber auch die Preise für Metalle und Agrarrohstoffe stiegen an. „Einige Marktteilnehmer betrachten die niedrigeren Preisniveaus nach dem scharfen Fall am Donnerstag als gute Kaufgelegenheit“, sagte Rohstoffanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank.

Sorgen vor einer schwachen US-Konjunktur und eine kräftige Erholung des Dollar hatten die Rohstoffpreise am Donnerstag einbrechen lassen. Nach unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag setzte die am Montag anhaltende Erholung ein. „Nachdem die Liquidierung von Positionen auf steigende Kurse abgeschlossen ist, scheint sich alles zu stabilisieren“, sagte Ölhändler Tony Machacek von Bache Commodities. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 99,38 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit 111,80 Dollar 2,5 Prozent höher gehandelt. Vor dem Preisrutsch kostete Brent noch rund 125 Dollar je Fass.

Auch die Metallpreise stiegen an. Die Tonne Kupfer legte 0,4 Prozent auf 8869,25 Dollar zu. Gold verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1503,10 Dollar beziehungsweise um 1,1 Prozent auf 1051,13 Euro je Feinunze. Auch Silber, dessen Preis am Donnerstag besonders stark eingebrochen war, legte wieder zu und kostete mit 36,80 Dollar 3,4 Prozent mehr. Die Notierung war kürzlich auf fast 50 Dollar geklettert. Dieser Preissprung ging nach Einschätzung von Heraeus in großem Maße auf Geschäfte spekulativ orientierter Investoren zurück. „Die industrielle Nachfrage ist bei weitem nicht to stark gestiegen, wie das der Silberpreis suggeriert“, sagte Heraeus-Chef Frank Heinricht. „Aufgrund der erhöhten industriellen Nachfrage wäre ein Silberpreis von zehn bis 20 Dollar je Feinunze gerechtfertigt. Alles, was darüber hinausgeht, ist durch Spekulation getrieben.“ Das Hanauer Industrieunternehmen ist auch im Edelmetallhandel aktiv.

Der Weizenpreis stieg laut Händlern auch wegen der anhaltenden Trockenheit in einigen wichtigen Anbauländern. In Paris verteuerte sich europäischer Weizen zur Lieferung im Mai um 5,3 Prozent auf 252,75 Euro je Tonne. Der November-Kontrakt stieg um 4,8 Prozent auf 223 Euro. „Die lang andauernde Trockenheit wird einen deutlichen Einfluss auf die Produktion von Feldfrüchten in Texas und Oklahoma haben“, sagte der Meteorologe Mike Palmerino vom Wetterdienst Telvent DTN. Von Trockenheit betroffen sind derzeit neben den USA auch Frankreich, Deutschland, Kanada und China.

Von

rtr

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