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23.04.2013

16:51 Uhr

Nach Preisrutsch

Hedge-Fonds setzen wieder auf Gold-Rally

Erst kürzlich rief Star-Investor John Paulson dazu auf, Gold zu kaufen – trotz oder gerade wegen des Preisrutsches. Hedge-Fonds ziehen nach und wetten verstärkt auf eine neue Rally. Doch Experten sind skeptisch.

Goldmünzen: Hedge-Fonds sehen wieder ein glänzendes Geschäft. Reuters

Goldmünzen: Hedge-Fonds sehen wieder ein glänzendes Geschäft.

London/New YorkHedge-Fonds erhöhen die Wetten auf eine Rally des Goldpreises. Damit schließen sie sich offenbar der Meinung von Milliardär John Paulson an, dass der Preis des Edelmetalls sich nach dem stärksten Einbruch in 33 Jahren erholen wird.

Fondsmanager und andere spekulativ orientierte Investoren haben die Nettokaufpositionen in Gold in der zurückliegenden Woche um 9,8 Prozent auf 61.579 Terminkontrakte und Optionen aufgestockt, wie Daten der US-Commodity Futures Trading Commission zeigen. Zuletzt war der Kurs binnen zweiten Tagen um 13 Prozent und auf ein Zwei-Jahres-Tief gefallen. Der Wert der Zentralbankreserven schrumpfte um 560 Milliarden Dollar gegenüber dem Hoch von 2011.

Die Käufe von offizieller Seite und die Nachfrage in Asien werde den Preis des Edelmetalls stützen, schrieb Paulson & Co. in einem Brief an die Kunden. Auch Blackrock, der weltgrößte Vermögensverwalter, erwartet eine Erholung. Bei der US-Münzprägeanstalt sind die Verkäufe der American Eagle-Anlagemünze in diesem Monat um das Achtfache gegenüber dem Wert aus dem entsprechenden Vorjahresmonat geklettert.

„Angesichts der Preisentwicklung war der Anstieg bei den Positionen überraschend“, erklärte Dan Denbow, Fondsmanager beim USAA Precious Metals & Minerals Fund in San Antonio. „Die Leute schauen wohl, wann sie in den Markt zurückkehren können und nutzen den Preisrutsch für einen Einstieg. Es gibt Leute, die immer noch langfristig von Gold überzeugt sind. Auch die physischen Käufe haben angezogen.“

Der Gold-Terminkontrakt ist an der Comex in New York in der vergangenen Woche um sieben Prozent auf 1395,60 Dollar je Unze abgesackt, der größte Rückgang seit September 2011. Der Goldpreis selbst hat sich seit Dienstag um 8,4 Prozent erhöht. Die Importe aus Indien dürften in den drei Monaten bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent zulegen, sagte die Bombay Bullion Association.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Die Ankurbelungsmaßnahmen der Zentralbanken werden „letztlich zu Inflation führen“, schrieb Paulson & Co. und bekräftigte damit seine optimistische Einschätzung zu Gold. Der Hedge-Fonds ist der größte Anteilseigner am SPDR Gold Trust, dem größten goldunterlegten börsengehandelten Fonds. Beim Preisrutsch handelte es sich um ein „Panikereignis“, sagte Catherine Raw, Fondsmanager bei Blackrock in London.

Zwar stiegen die Nettokaufpositionen in Gold in der vergangenen Woche. Jedoch war ein Großteil des Anstiegs auf einen Rückgang der Verkaufspositionen zurückzuführen und weniger auf eine Zunahme der Kaufpositionen. Der Unterschied zeige, dass die Zunahme der Nettoposition eher Gewinnmitnahmen der Short-Traders widerspiegelt als eine optimistischere Haltung der Investoren, erläutert Stanley Crouch, Chief Investment Officer bei Aegis Capital in New York.

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„Es sieht so aus, dass nach einem so großen Rückgang die Leute, die bereits auf Verluste setzten, bereit waren, Gewinne mitzunehmen. Aus dem Grund dürfte sich auch der Preis stabilisiert haben. Und dies könnte bedeuten, dass er jetzt noch verwundbarer ist“, so Crouch.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

23.04.2013, 17:14 Uhr

Duden, Bedeutung Experte:
Sachverständiger, Fachmann, Kenner
Beispiele:
militärische Experten
ein Experte in, für Steuerfragen (...wäre das nicht etwas für Herrn Hoeneß...)

Als Experten auf dem Goldmarkt bitte nicht die 'skeptischen' fragen, sondern die die was davon verstehen:

http://www.goldseiten.de/artikel/168158--Physische-Goldnachfrage~-50-Kaeufer-auf-1-Verkaeufer.html

http://www.goldseiten.de/artikel/168842--Wie-der-Goldcrash-den-Systemcrash-beguenstigt---Sonderinformation-vom-21.-April-2013.html

http://www.gata.org/node/12487

etc.


Account gelöscht!

23.04.2013, 17:20 Uhr

...hätte ich beinahe vergessen, intern wären da ja auch noch Ingo Narat und Frank Doll:

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/gold-auch-im-crash-bleibt-gold-erste-wahl/7165468.html

puenktli

23.04.2013, 17:39 Uhr

Dieses Blatt hat doch vor gut einer Woche vom Ende des Goldbooms, dem Platzen der Goldblase geschrieben. Ich bin beeindruckt über die Volatilität der "Expertenmeinungen". Viel Spass beim Kaffeesatzlesen.

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