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11.10.2016

14:32 Uhr

Nach Putins Ankündigung

Ölpreise steigen auf Jahreshoch

Am Montag hatte Putin angekündigt, Russland wolle die Ölförderung drosseln. Daraufhin hat der Rohölpreis einen neuen Jahreshöchststand erreicht. Experten rechnen noch bis zum Sommer 2017 mit einem Überangebot.

Der russische Präsident will mit der Opec kooperieren. AP

Wladimir Putin

Der russische Präsident will mit der Opec kooperieren.

New YorkDie russischen Pläne für eine gedrosselte Ölförderung haben den Preis für Rohöl auf einen Jahreshöchststand getrieben. Sowohl in den USA als auch in Europa notierten die Referenzmarken WTI und Brent am Dienstag deutlich über 50 Dollar (knapp 45 Euro) pro Barrel (159 Liter). Die Internationale Energie-Agentur rechnet allerdings damit, dass die Maßnahmen zur Ölverknappung erst Mitte des kommenden Jahres wirklich greifen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Montag angekündigt, sein Land wolle die Ölförderung drosseln. Daraufhin stieg der Preis für die US-Referenzmarke WTI bis zum Handelsschluss am Montag in den USA auf 51,35 Dollar pro Barrel, das waren 1,54 Dollar mehr als am Freitag. Zugleich handelte es sich um den höchsten Schlusspreis seit Juli 2015. In London notierte die Marke Brent zwischenzeitlich sogar bei 53,60 Dollar.

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) in Paris erwartet aber, dass es noch bis zum Sommer 2017 ein Überangebot an Rohöl auf dem Markt gibt. Entscheidend sei, wie schnell die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre Ankündigung umsetze, die Produktion zu drosseln, heißt es im Monatsbericht der IEA.

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Große Überraschung an den Märkten: Die Opec will ihre Förderung drosseln, der Ölpreis steigt. Doch der Fördergigant Russland, der derzeit neue Produktionsrekorde aufstellt, hat noch nicht zugestimmt. Aus gutem Grund.

Die Opec hatte Ende September beschlossen, ihre tägliche Fördermenge auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel zu drosseln. Die Senkung um rund 750.000 Barrel ist die stärkste seit der Finanzkrise 2008. Russland, das kein Opec-Mitglied ist, will sich dem nun offenbar anschließen.

Der Analyst Carl Larry von der Beratungsfirma Frost & Sullivan erklärte, Russland sei entscheidend dafür, dass die Absprache tatsächlich Auswirkungen auf den Ölmarkt und den Preis haben wird. „Sobald Russland dabei ist, ist das eine richtig große Sache“, sagte er.

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Der saudiarabische Energieminister Khalid al-Falih sagte eine weitere deutliche Preissteigerung voraus. „Wir sehen, dass sich Angebot und Nachfrage annähern“, sagte er. „Es ist nicht undenkbar, dass wir bis Jahresende Preise von 60 Dollar (pro Barrel) erleben.“ Auch diese Äußerungen schoben den Ölpreis an.

Die Ölförderer kämpfen seit mehr als zwei Jahren mit sehr niedrigen Preisen. Von mehr als hundert Dollar pro Barrel im Juni 2014 sank der Preis bis Anfang dieses Jahres auf unter 30 Dollar.

Von

afp

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