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12.09.2014

13:27 Uhr

Nach Sanktionen

Der Rubel fällt – auf ein Rekordtief

Die neuen Strafmaßnahmen der EU gegen Russland belasten den Rubel. Die Währung fällt auf ein neues Rekordtief. Die Börsen steckten die Sanktionen hingegen gut weg. Russlands Zentralbank möchte ihre Zinsen nicht ändern.

Umtauschkurse für die Währungen von US-Dollar, Euro und Rubel: Der Rubel geht erneut auf Talfahrt. dpa

Umtauschkurse für die Währungen von US-Dollar, Euro und Rubel: Der Rubel geht erneut auf Talfahrt.

Frankfurt/MoskauDer Rubel ist angesichts neuer Strafmaßnahmen gegen Russland weiter auf Talfahrt. Die Währung des Landes markierte am Freitag erneut ein Rekordtief. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 0,7 Prozent auf 37,76 Rubel. Die Europäische Union hat die verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt. Sie richten sich vor allem gegen Energie- und Rüstungsunternehmen.

Die Leitindizes der Moskauer Aktienbörse erholten sich von ihren Verlusten des Vortages, als die Sanktionen bekanntgegeben worden waren. Der RTS-Index stieg um 0,3 Prozent, der Micex-Index kletterte um 0,9 Prozent. Offenbar hatten einige Investoren noch härtere Strafen erwartet. „Die zentrale Frage ist, wie Russland reagieren wird“, sagte Mikhail Kuzmin, Analyst bei Investcafe. „Wenn da sehr harte Sanktionen kommen, werden die Märkte wieder in die Verlustzone rutschen.“

Die Kursentwicklung des Euro seit Einführung

1. Januar 1999

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro.
Am 4. Januar startet der Handel in Sydney - der ersten großen Börse, die nach dem Datumswechsel öffnet - mit 1,1747 Dollar.

Dezember 1999

Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

Frühherbst 2000

Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA greift die EZB der jungen Währung unter die Arme. Doch die Interventionen verpuffen rasch: Am26. Oktober ist ein Euro noch 0,8225 Dollar wert. Eine weitere Interventionsrunde im November hievt ihn wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2002

Die reibungslose Einführung des Euro-Bargelds honorieren die Finanzmärkte mit Euro-Käufen. Im Juli erreicht der Euro wieder die Ein-Dollar-Marke.

März 2003

Der Beginn des Irakkrieges geht zu Lasten des Dollar. Der Euro erreicht wieder sein Einführungsniveau.

September 2003

Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) fordern flexiblere Wechselkurse, was an den Märkten als Signal für den Wunsch nach einem schwächeren Dollar interpretiert wird. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.

September 2007

Nach einer deutlichen US-Zinssenkung im Zuge der Subprime-Krise steigt der Euro über 1,40 Dollar.

Juli 2008

Der Euro erreicht mit 1,6038 Dollar ein Rekordhoch. Nur wenige Tage zuvor - am 11. Juli - hatte übrigens auch der Ölpreis mit 147,50 Dollar je Fass sein Allzeithoch erreicht.

Oktober 2008

Im Sog der Lehman-Pleite ziehen US-Investoren ihre Euro-Gelder ab und drücken ihn bis zum 28. Oktober auf 1,2328 Dollar ,den niedrigsten Stand seit April 2006.

Oktober 2009

Mit den Aktienmärkten steigt zwar auch der Euro - erstmals seit einem Jahr klettert er am 21. Oktober über 1,50 Dollar. Doch das Comeback ist von kurzer Dauer: Griechenland schockiert die Märkte mit der Ankündigung eines etwa doppelt so hohen Haushaltsdefizits wie bislang gedacht.

Dezember 2009, Januar 2010

Mit ersten Herabstufungen Griechenlands durch die Ratingagenturen Fitch, Standard & Poor's sowie Moody's beginnt der Euro seine Talfahrt.

Frühjahr und Sommer 2011

EZB-Chef Jean-Claude Trichet signalisiert am 3. März überraschend für April eine Zinserhöhung. Im Juli folgt sogar eine zweite Zinsanhebung. Am 4. Mai notiert der Euro zeitweise über 1,49 Dollar. Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone bremsen die Gemeinschaftswährung aber für den Rest des Sommers aus. Sie pendelt meist in einer Spanne von etwa 1,40 bis 1,45 Dollar.

Ende Februar 2012

Eine zweite EZB-Geldspritze lässt den Euro wieder steigen. Er schafft es fast bis auf 1,35 Dollar. Banken können sich bei der EZB für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent Geld leihen. Zusammen mit der ersten derartigen Aktion vom Dezember greifen die europäischen Banken rund eine Billion Euro ab.

Juni 2012

Die Angst der Investoren vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise ist größer denn je und belastet den Euro. Vor allem Spanien ist wegen seines taumelnden Bankensektors angezählt. Im Juni fällt der Euro bis auf 1,21 Dollar.

Juli 2012

Vor Investoren in London kündigt EZB-Chef Draghi am 26. Juli an, die EZB werde „alles nötige tun, um den Euro zu erhalten.“ Der vorläufige Wendepunkt in der Euro-Krise. Sofort steigt der Euro deutlich. Innerhalb eines Tages von 1,2118 auf 1,2287 US-Dollar. Wenige Wochen später machte Draghi klar, was das bedeutet: Im Notfall kauft die EZB unbegrenzt Anleihen der Krisenländer. Der Euro startet einen neuen Höhenflug.

Februar bis März 2013

Die Erleichterungs-Rally geht weiter: Anfang Februar steigt der Euro bis auf 1,37 Dollar. Das Hoch hält allerdings nicht lange vor. Wegen Unsicherheiten in Italien und Zypern fällt die Gemeinschaftswährung und notiert aktuell bei knapp unter 1,30 Dollar.

September 2014

Die EZB überrascht die Märkte mit einem neuen Zinssenkungszyklus. Der Euro nimmt seine Talfahrt wieder auf. Signale von EZB-Chef Mario Draghi für weitere Geldspritzen drücken den Euro bis zum Jahresende auf rund 1,21 Dollar.

06. Januar 2015

Der Euro fällt auf 1,1853 Dollar und erreicht damit das Tief von Februar 2006. Zugleich nimmt die Talfahrt der Ölpreise weiter Fahrt auf. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um bis zu 1,7 Prozent auf 50,22 Dollar je Barrel (159 Liter).

Russlands Zentralbank reagiert nicht auf Sanktionen

Trotz düsterer wirtschaftlicher Aussichten hält die russische Notenbank den Leitzins konstant. Der Schlüsselzins bleibt bei acht Prozent, wie die Zentralbank am Freitag entschied. Ungeachtet einer Teuerung von voraussichtlich mehr als sieben Prozent im Jahr 2014 erwartet sie, dass sich die Inflationsrate mittelfristig wieder auf ein stabiles Niveau einpendelt. Die Notenbank zeigt sich damit überraschenderweise weniger besorgt über Inflationsgefahren als bislang. Größere Sorgen bereiten ihr nun offenbar die mageren Wachstumsaussichten, die unter den Sanktionen des Westens und russischen Gegenmaßnahmen im Zug der Ukraine-Krise leiden.

Die Währungshüter rechnen damit, dass sich angesichts dieses widrigen Umfelds in der zweiten Jahreshälfte das Wachstum weiter verlangsamen wird. Für 2014 sagt die Notenbank ein mageres Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,4 Prozent voraus. Nächstes Jahr soll die Wirtschaft des Schwellenlandes um rund ein Prozent zulegen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

12.09.2014, 13:46 Uhr

"Der Rubel fällt – auf ein Rekordtief"

Schlimm!
Der Euro fällt auch auf ein Rekordtief. Das ist aber im Fall des Euros nicht so schlimm, weil damit die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Industrie auf dem internationalen Markt gestärkt wird.

Was ist denn für den Volkswirt die Definition "schlimm"?
Ist es dann "schlimm", wenn es den Medien in die Feder passt oder ist es "schlimm", wenn es die anderen betrifft.

In meiner Definition ist es "schlimm", wenn unschuldige Bürger darunter leiden müssen. "Schlimm" war es, als ich in der russischen Krise 1998/1999 in Moskau im Laden nach Brot anstehen musste! Kein deutscher Politiker, kein EU-Politiker hat mich damals bedauert.

Für mich ist das jetzige Handeln auf beiden Seiten "unterste Ebene" menschlichen Handelns. Das ist Barbarei!

Herr Riesener Jr.

12.09.2014, 16:22 Uhr

Ha, endlich leiden die Russen! Wir gewinnen. Wir sind auf der Seite unserer ukrainischen Freunde. Jawoll.

Sachlich: Hat sich jemand mal das Verhältnis zwischen russischem Rubel und Ukrainischer Hrywna angeschaut? Anfang des Jahres musste man noch 4 Rubel für eine Hrywna zahlen, heute nur noch drei. Warum berichtet niemand über die noch stärker gefallene Ukrainische Währung??

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