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19.04.2013

15:12 Uhr

Nach Schäuble-Aussagen

Euro steigt zum Dollar auf Tageshoch

Der Euro konnte gegenüber dem Dollar ausbauen und erreichte ein vorläufiges Tageshoch. Vorangegangen waren Aussagen von Bundesfinanzminister Schäuble, dass die EZB die hohe Liquidität im Euroraum reduzieren solle.

FrankfurtDer Euro hat am Freitagnachmittag seine Kursgewinne gegenüber dem Dollar etwas ausgebaut. Nach der Aussage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die Europäische Zentralbank solle die hohe Liquidität im Euroraum reduzieren, zog die Gemeinschaftswährung auf ihr vorläufiges Tageshoch an, gab anschließend aber wieder nach.

Der Euro notierte zuletzt mit 1,3075 Dollar 0,2 Prozent höher. Im vorläufigen Tageshoch ist die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,3117 Dollar gestiegen und im bisherigen Tief auf bis zu 1,3047 Dollar gefallen.

“Es ist viel Geld im Markt, meiner Meinung nach zu viel Geld”, sagte Schäuble im Interview mit der WirtschaftsWoche. “Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.” Allerdings seien die Spielräume derzeit wegen der Krise in Südeuropa gering, fügte der deutsche Finanzminister an.

Der Euro notierte zuletzt mit 1,3075 Dollar 0,2 Prozent höher. Im vorläufigen Tageshoch ist die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,3117 Dollar gestiegen und im bisherigen Tief auf bis zu 1,3047 Dollar gefallen. dpa

Der Euro notierte zuletzt mit 1,3075 Dollar 0,2 Prozent höher. Im vorläufigen Tageshoch ist die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,3117 Dollar gestiegen und im bisherigen Tief auf bis zu 1,3047 Dollar gefallen.

Der Blick der Anleger richtet sich auf die Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington. Nach Aussage des japanischen Finanzministers Taro Aso hat die G-20 keine Einwände gegen die expansiven Maßnahmen der japanischen Notenbank erhoben, die den Yen auf ein Vierjahrestief gedrückt hatten. Vor diesem Hintergrund gab der Yen-Kurs gegenüber Euro und Dollar nach.

“Dieses G-20-Treffen ist ein noch größerer Blindgänger als sonst, es steht einem schwächeren Yen nicht im Wege”, sagte Todd Elmer, ein Devisenstratege von Citigroup Inc. in Singapur. Es habe die Erwartung gegeben, dass es einen “stärkeren internationalen Widerstand gegen die Yen-Abwertung geben würde, aber das hat den Bedenken ein Ende gesetzt”.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Der Yen fiel zum Euro um 1,3 Prozent auf 129,77 Yen. Zum Dollar war die japanische Devise mit 99,20 Yen 1,1 Prozent leichter und sinkt damit bereits den vierten Tag in Folge.

Der Schweizer Franken war knapp 0,1 Prozent leichter zum Euro bei 1,2177 Franken. Die eidgenössische Währung stieg gegenüber dem Dollar um etwa 0,3 Prozent auf 93,03 Rappen.

Kommentare (1)

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19.04.2013, 15:41 Uhr

'Schäuble' sagt
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“Es ist viel Geld im Markt, meiner Meinung nach zu viel Geld”, sagte Schäuble im Interview mit der WirtschaftsWoche. “Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.”
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Das kommt Herrn Schäuble nur so vor.

Weil ihm die Anleger seine Bundesanleihen und -schatzbriefe selbst bei Zinssätzen unterhalb der Inflationsrate (1,11% für zehn Jahre) die Papiere aus den Händen reißen.

Das liegt aber NICHT an zuviel Liquidität.

Schließlich ist die Geldmenge M3 seit dem 1. Januar 2010 mit einer Jahresrate von 1,3% gestiegen - das ist ein Geldmengenwachstum UNTER der Inflationsrate.

Die enorm hohe Liquidität für gute Schuldner wird nämlich durch eine sehr schwache Liquidität für schwache oder bloß nicht ganz so gute Schuldner konterkariert.

Die Finanzmärkte sind immer noch extrem nervös hinsichtlich Bonitätsrisiken.

Zum Teil gleicht das die EZB aus indem sie die Beleihungsbedingungen für Pfänder gelockert hat.

Aber eben nur zum Teil - den ein systemischer Mangel an Bonität ist tatsächlich gegeben, und der muß langsam abgebaut werden.

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