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20.10.2011

00:00 Uhr

Nach Schwankungen

Konjunkturhoffnungen treiben Ölpreis an

VonRegine Palm

Anleger, die auf die Entwicklung der Ölpreise setzen, brauchen starke Nerven. Zwar hat sich die Notierung nach kräftigen Schwankungen wieder über der 100 Dollar Marke eingependelt. Doch diese Erholung ist wacklig.

Für Anleger gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf Rohölpreise zu setzen. ddp images

Für Anleger gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf Rohölpreise zu setzen.

DüsseldorfWas treibt den Ölpreis innerhalb weniger Tage um mehr als zehn Dollar nach oben? Und was lässt ihn fast ebenso schnell wieder fallen? Anleger, die auf die Entwicklungen der Rohölpreise setzen wollen, werden zurzeit einer harten Prüfung unterzogen. Tagesschwankungen von fünf Dollar sind keine Seltenheit mehr. Dabei ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) Nordsee-Öl der Marke Brent unter dem Strich seit Anfang Oktober um rund zwölf Dollar auf bis zu 115 Dollar gestiegen. Zuvor hatte es so ausgesehen, als würde der Preis unter die viel beachtete Marke von 100 Dollar rutschen, die hielt aber.

"Wette auf die Weltkonjunktur"

Dennoch ist die Erholung wacklig, so notiert der Brent-Ölpreis inzwischen wieder bei nur noch knapp 112 Dollar. Ähnlich wie die Aktienmärkte wird der Rohölpreis aktuell vor allem von konjunkturellen Hoffnungen nach oben oder unten getrieben. "Sorgen über eine wirtschaftliche Rezession geraten in den Hintergrund und treiben Investoren wieder in das schwarze Gold", begründet Ole Hansen von der Saxo-Bank den jüngsten Preisanstieg.

Weil der Preis von den konjunkturellen Hoffnungen bewegt wird, blicken Akteure an den internationalen Rohölmärkten vor allem auf die Entwicklungen in der Euro-Zone. Wird eine Lösung in der Schuldenkrise gefunden, wachsen die Erwartungen an die Weltwirtschaft. "Der Ölpreis ist eine Wette auf die Weltkonjunktur", sagt Josef Auer, Energieanalyst der Deutschen Bank. Sollten die Europäer eine Lösung finden, werde sich Brentöl über 100 Dollar halten, glaubt er. Mit wachsendem Pessimismus wären dagegen eher Preise von weniger als 100 Doller wahrscheinlich.

Index-Neugewichtung stützt Brentöl

Von den Hoffnungen auf eine Lösung in der Schuldenkrise hat zuletzt auch der Euro profitiert. Seit Anfang Oktober hat die europäische Währung zum US-Dollar mehr als fünf Cent zugelegt. Auch dies unterstützte den schnellen Anstieg des Brentölpreises. "Öl dient als Absicherung für die Konjunkturentwicklung und gegen einen fallenden Dollar", erklärt Auer. Die Ölpreise bilden daher nahezu deckungsgleich die Entwicklung am Währungsmarkt ab. Dazu stützte das bevorstehende Winterhalbjahr "in der nördlichen Hemisphäre" den Preis.

Thorsten Pröttel, Rohstoffanalyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), ist mit Blick auf die jüngsten pessimistischen Konjunkturprognosen recht vorsichtig. Er sieht Brentöl zum Jahresende bei 100 Dollar; bis Mitte 2012 werde der Preis auf 90 Dollar zurückgehen.

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