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12.03.2013

12:49 Uhr

Nach umstrittenem Votum

Ungarischer Forint auf Talfahrt

Das ungarische Parlament hat eine umstrittene Verfassungsreform verabschiedet und damit die eigene Landeswährung auf Talfahrt geschickt. Zudem verstärken Inflationszahlen diesen Trend. Börsianer erwarten Zinssenkungen.

Neu geprägte 200 Forint Münzen. Die ungarische Landeswährung ist unter Druck. dpa

Neu geprägte 200 Forint Münzen. Die ungarische Landeswährung ist unter Druck.

FrankfurtNach dem Votum des Parlaments für eine umstrittene Verfassungsreform, die auf die Entmachtung des Verfassungsgerichts hinausläuft, hat die ungarische Landeswährung ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt. Für einen Euro mussten zeitweise 305,70 Forint bezahlt werden und damit so viel wie seit Anfang Juni vorigen Jahres nicht mehr. Am Vorabend waren es noch 301,65 Forint gewesen. Auslöser für die Verkäufe waren auch Inflationsdaten. So waren die Verbraucherpreise im Februar amtlichen Angaben zufolge mit eine Jahresrate von 2,8 nach 3,7 Prozent im Januar gestiegen. Es war die niedrigste Rate seit Juni 2006. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg von 3,1 Prozent gerechnet.

Zudem erklärte Ministerpräsident Viktor Orban, es sei entscheidend, dass die Zinsen auf einem niedrigeren Niveau seien. Nur so könnte für Unternehmen ein Kreditprogramm mit einer Verzinsung von unter acht bis zehn Prozent aufgelegt werden, erklärte Orban bei einem Business Forum.

Börsianer gehen davon aus, dass die Preisentwicklung weitere Zinssenkungen nach sich ziehen wird. Ungarn hat zuletzt Ende Februar die Zinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 5,25 Prozent gesenkt. Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen bis auf 4,5 Prozent. Die schwache Preisentwicklung hängt Analysten zufolge auch mit der schwachen konjunkturellen Entwicklung zusammen. Zudem spielten seit dem Jahresbeginn staatlich verordnete Senkungen der Gas- und Strompreise eine Rolle.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Für Unmut unter den Investoren sorgt aber vor allem das Vorgehen der Regierung, die immer mehr Macht an sich zieht. Erst am Wochenende waren zwei als unabhängig geltende Notenbanker quasi kaltgestellt worden. Die Analysten von HSBC Trinkaus erwarten, dass der Forint vorerst weiter unter Druck stehen wird.

Von

rtr

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