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27.05.2011

16:18 Uhr

Nach US-Daten

Euro nähert sich 1,43 Dollar-Marke

Nach den eher schwachen Daten zur US-Konjunktur nähert sich der Euro der 1,43 Dollar-Marke. Der Dollar ist hingegen unter Druck gesetzt.

Schwache US-Daten sorgen für Annäherung an 1,43 Dollar-Marke. Quelle: dpa

Schwache US-Daten sorgen für Annäherung an 1,43 Dollar-Marke.

FrankfurtSchlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben den Dollar am Freitag unter Druck gesetzt. Der Euro verteuerte sich auf bis zu 1,4298 Dollar und lag damit gut einen halben US-Cent über dem Niveau des New Yorker Vortagesschlusses.

„Der reale Konsumzuwachs ist enttäuschend und auch vonseiten der Preisentwicklung entsteht aktuell kein Druck auf die US-Notenbank, der EZB mit einer Zinswende zu folgen“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Nach Einschätzung des Unicredit-Devisenstrategen Roberto Mialich spekulierten einige Investoren bereits darauf, dass die US-Notenbank Fed ihrem aktuellen Anleihe-Ankaufprogramm (“Quantitative Easing 2.0“) ein weiteres folgen lasse, um die schwächelnde Konjunktur in Schwung zu bringen. „Der Markt ist sich aber auch bewusst, dass es für den Euro kein großes Aufwärtspotenzial gibt“, betonte Mialich. Er bezweifle, dass sich die Gemeinschaftswährung angesichts der griechischen Schuldenkrise längere Zeit über 1,4250 Dollar halten könne.

Vor diesem Hintergrund flüchteten einige Anleger in den „sicheren Hafen“ Schweiz. Euro und Dollar fielen jeweils auf ein Rekord-Tief von 1,2160 beziehungsweise 0,8530 Franken. Derzeit spreche alles für die Schweizer Währung, sagte Devisenstratege Kasper Kirkegaard von der Danske Bank. Dazu gehörten ein Leistungsbilanz-Überschuss und starke Staatsfinanzen.

Die anhaltende Diskussion um eine Umschuldung Griechenlands hielt auch die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen hoch. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel erneut unter die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent. Für Orlando Green, Bond-Experte der Credit Agricole, könnte die Rendite in der kommenden Woche auf bis zu 2,9 Prozent zurückgehen. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, stieg um bis zu 26 Ticks auf ein Viereinhalb-Monats-Hoch von 125,77 Punkten.  

Mit der Androhung, Japans Kreditwürdigkeit herabzustufen, schürte die Rating-Agentur Fitch die Nervosität der Finanzmärkte. Die Experten begründeten dies mit den Belastungen für den Haushalt durch den Wiederaufbau nach dem Jahrhundertbeben im März und die Sanierung des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima. Konkurrent Standard & Poor's hatte den Ausblick für die Bonität mit der gleichen Begründung schon im April gesenkt.   

Der Dollar übersprang als Reaktion auf die Fitch-Ankündigung die Marke von 81 Yen. Der Euro legte ebenfalls zu und verteuerte sich auf 115,25 Yen. Zinsstratege Richard McGuire von der Rabobank warnte vor überzogenen Befürchtungen: Schließlich werde der überwiegende Teil japanischer Staatsanleihen von einheimischen Investoren gehalten. „Die sind von Natur aus recht unempfindlich gegenüber Rating-Veränderungen.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.05.2011, 13:18 Uhr

Es ist so lustig zu sehen, dass sich der Euro und der Dollar im Loser-Wettkampf immer wieder gegenseitig übertreffen und dann von starkem Euro oder starkem Doller gesprochen wird.

Mann muss sich nur mal den Kurs von EURCHF oder USDCHF ansehen und kann ruhig ein Zeitfenster von 3 Jahren nehmen. Dann erkennt man, wo es wirklich hinläuft. Das sind Loser-Lappen, die nur deshalb noch nicht einzeln im Boden versunken sind, weil sie als Leitwährungen gelten und sich gegenseitig mit den schlechten Meldungen die Waage halten.
Gott sei mit uns.

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