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30.01.2017

08:58 Uhr

Nach US-Einreiseverbot

Anleger fliehen aus Dollar in den Yen

Donald Trumps umstrittenes US-Einreiseverbot hat die Devisenmärkte am Montag aufgewühlt. Anleger fürchten noch mehr Protektionismus und greifen zum Yen statt zum Dollar. Auch der Euro-Kurs steigt leicht an.

Donald Trump macht die Devisenmärkte nervös. Anleger meiden die US-Währung. dpa

Yen statt Dollar

Donald Trump macht die Devisenmärkte nervös. Anleger meiden die US-Währung.

FrankfurtUS-Präsident Donald Trump hat mit seinem umstrittenen Einreiseverbot für Bürger aus einigen muslimischen Ländern die Devisenmärkte in Atem gehalten – vor allem in Asien. Der Dollar verlor am Montag an Wert, weil Anleger unter dem Eindruck der politischen Entwicklung in den USA den Yen als sicheren Hafen ansteuerten. Die Stärke der heimischen Währung bremste wiederum japanische Exportwerte aus, weil ihre Gewinnchancen im Ausland damit schwinden. Insgesamt blieb der Handel in Fernost dünn, weil die Märkte in China und einigen weiteren Ländern wegen des Neujahrsfests pausierten.

Der Tokioter Leitindex Nikkei mit seinen 225 führenden Werten schloss 0,5 Prozent niedriger bei 19.365 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,4 Prozent nach. Die Märkte unter anderem in Hongkong und Shanghai blieben geschlossen. Die australische Börse gab 0,9 Prozent nach, der Aktienmarkt in Neuseeland büßte 0,7 Prozent ein.

Trumps Einreiseverbot schürte Sorgen unter Anlegern, dass der neue Präsident einen noch protektionistischeren Kurs einschlagen könnte als ohnehin erwartet. Finanzwerte gaben zudem nach überraschend schwach ausgefallenen US-BIP-Daten nach. Händlern zufolge nahmen Investoren nach den Hochständen der vergangenen Woche auch Gewinne mit.

Auch beim Euro greifen die Anleger derzeit verstärkt zu. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung hat am Montag im frühen Handel leicht zugelegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0718 Dollar gehandelt und damit etwas höher als vor dem Wochenende. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,0681 (Donnerstag: 1,0700) Dollar festgesetzt. „Die Finanzmärkte mögen keine hektische, überraschende Politik, die Chaos erzeugt“, schrieb Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Solche Irritationen hielten aber nicht lange an.

Im weiteren Tagesverlauf könnten noch Daten zur Inflation in Deutschland, zum Wirtschaftsvertrauen im Euro-Raum sowie Zahlen zum Konsum und zum Häusermarkt in den USA für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen.

Kommentare (4)

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Herr Alessandro Grande

30.01.2017, 10:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

30.01.2017, 10:39 Uhr

Ich würde mal sgen, dass Japan mehr abgeschottet lebt als es die Trump USA ist. Jedes Land mit einer eigenen Währung wird "abgeschottet" leben. Schon alleine weil es seine Währung auch schützen will.

Herr Toni Ebert

30.01.2017, 11:04 Uhr

Gerade ein schwacher Dollar hilft der US-Wirtschaft beim Export 1000 mal mehr, als die Musel-Fachkräfte aus den "ausgesperrten" Ländern, die für 23% alles US-Terror-Akte verantwortlich sind (lt. Handelsblatt).

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