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05.12.2014

16:59 Uhr

Nach US-Jobzahlen

Euro geht auf Sinkflug

Die USA feiern überraschend starke Arbeitsmarktdaten – das schickt den Euro auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. In den USA könnte es der größte Aufschwung seit 1999 werden.

Eine Zwei-Euro-Münze. Der Kurs der Gemeinschaftswährung bewegt sich kaum – das könnte sich am Nachmittag ändern. dpa

Eine Zwei-Euro-Münze. Der Kurs der Gemeinschaftswährung bewegt sich kaum – das könnte sich am Nachmittag ändern.

FrankfurtDer Eurokurs ist am Freitag nach überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten deutlich gefallen. Am Nachmittag rutschte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2271 Dollar. Das ist etwa ein Cent weniger als am Morgen und der tiefste Stand seit August 2012. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2362 (Donnerstag: 1,2311) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8089 (0,8123) Euro.

Der entscheidende Impuls für den Handel am Devisenmarkt kam am Nachmittag. Eine überraschend starke Dynamik auf dem Arbeitsmarkt in den USA habe dem Dollar Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet, hieß es aus dem Handel. „Die Erholung am US-Arbeitsmarkt setzt sich mit hoher Dynamik fort“, kommentierte Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Nach Einschätzung des Ökonomen Bernd Weidensteiner von der Commerzbank zeichnet sich im laufenden Jahr der stärkste Aufschwung am amerikanischen Arbeitsmarkt seit 1999 ab.

Die Kursentwicklung des Euro seit Einführung

1. Januar 1999

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro.
Am 4. Januar startet der Handel in Sydney - der ersten großen Börse, die nach dem Datumswechsel öffnet - mit 1,1747 Dollar.

Dezember 1999

Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

Frühherbst 2000

Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA greift die EZB der jungen Währung unter die Arme. Doch die Interventionen verpuffen rasch: Am26. Oktober ist ein Euro noch 0,8225 Dollar wert. Eine weitere Interventionsrunde im November hievt ihn wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2002

Die reibungslose Einführung des Euro-Bargelds honorieren die Finanzmärkte mit Euro-Käufen. Im Juli erreicht der Euro wieder die Ein-Dollar-Marke.

März 2003

Der Beginn des Irakkrieges geht zu Lasten des Dollar. Der Euro erreicht wieder sein Einführungsniveau.

September 2003

Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) fordern flexiblere Wechselkurse, was an den Märkten als Signal für den Wunsch nach einem schwächeren Dollar interpretiert wird. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.

September 2007

Nach einer deutlichen US-Zinssenkung im Zuge der Subprime-Krise steigt der Euro über 1,40 Dollar.

Juli 2008

Der Euro erreicht mit 1,6038 Dollar ein Rekordhoch. Nur wenige Tage zuvor - am 11. Juli - hatte übrigens auch der Ölpreis mit 147,50 Dollar je Fass sein Allzeithoch erreicht.

Oktober 2008

Im Sog der Lehman-Pleite ziehen US-Investoren ihre Euro-Gelder ab und drücken ihn bis zum 28. Oktober auf 1,2328 Dollar ,den niedrigsten Stand seit April 2006.

Oktober 2009

Mit den Aktienmärkten steigt zwar auch der Euro - erstmals seit einem Jahr klettert er am 21. Oktober über 1,50 Dollar. Doch das Comeback ist von kurzer Dauer: Griechenland schockiert die Märkte mit der Ankündigung eines etwa doppelt so hohen Haushaltsdefizits wie bislang gedacht.

Dezember 2009, Januar 2010

Mit ersten Herabstufungen Griechenlands durch die Ratingagenturen Fitch, Standard & Poor's sowie Moody's beginnt der Euro seine Talfahrt.

Frühjahr und Sommer 2011

EZB-Chef Jean-Claude Trichet signalisiert am 3. März überraschend für April eine Zinserhöhung. Im Juli folgt sogar eine zweite Zinsanhebung. Am 4. Mai notiert der Euro zeitweise über 1,49 Dollar. Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone bremsen die Gemeinschaftswährung aber für den Rest des Sommers aus. Sie pendelt meist in einer Spanne von etwa 1,40 bis 1,45 Dollar.

Ende Februar 2012

Eine zweite EZB-Geldspritze lässt den Euro wieder steigen. Er schafft es fast bis auf 1,35 Dollar. Banken können sich bei der EZB für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent Geld leihen. Zusammen mit der ersten derartigen Aktion vom Dezember greifen die europäischen Banken rund eine Billion Euro ab.

Juni 2012

Die Angst der Investoren vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise ist größer denn je und belastet den Euro. Vor allem Spanien ist wegen seines taumelnden Bankensektors angezählt. Im Juni fällt der Euro bis auf 1,21 Dollar.

Juli 2012

Vor Investoren in London kündigt EZB-Chef Draghi am 26. Juli an, die EZB werde „alles nötige tun, um den Euro zu erhalten.“ Der vorläufige Wendepunkt in der Euro-Krise. Sofort steigt der Euro deutlich. Innerhalb eines Tages von 1,2118 auf 1,2287 US-Dollar. Wenige Wochen später machte Draghi klar, was das bedeutet: Im Notfall kauft die EZB unbegrenzt Anleihen der Krisenländer. Der Euro startet einen neuen Höhenflug.

Februar bis März 2013

Die Erleichterungs-Rally geht weiter: Anfang Februar steigt der Euro bis auf 1,37 Dollar. Das Hoch hält allerdings nicht lange vor. Wegen Unsicherheiten in Italien und Zypern fällt die Gemeinschaftswährung und notiert aktuell bei knapp unter 1,30 Dollar.

September 2014

Die EZB überrascht die Märkte mit einem neuen Zinssenkungszyklus. Der Euro nimmt seine Talfahrt wieder auf. Signale von EZB-Chef Mario Draghi für weitere Geldspritzen drücken den Euro bis zum Jahresende auf rund 1,21 Dollar.

06. Januar 2015

Der Euro fällt auf 1,1853 Dollar und erreicht damit das Tief von Februar 2006. Zugleich nimmt die Talfahrt der Ölpreise weiter Fahrt auf. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um bis zu 1,7 Prozent auf 50,22 Dollar je Barrel (159 Liter).

In der größten Volkswirtschaft der Welt waren im November so viele neue Arbeitsplätze entstanden wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Die starke Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt unterstreicht nach Einschätzung von Experten die robuste Konjunktur. Zudem verstärke sie die Erwartung, dass die US-Notenbank zum ersten Mal seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise die Zinsen anhebt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7881 (0,7861) britische Pfund, 149,03 (147,64) japanische Yen und 1,2021 (1,2035) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1194,00 (1209,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 800,00 (30 910,00) Euro.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.12.2014, 13:07 Uhr

Euro geht auf Sinkflug

-------------

Und 2015 geht EU auf Sintflut artige Art und Weise unter.

Weil das Kind nicht nur in den Brunnen gefallen ist...

sondern auch schon ertrunken.

In der EU ist aber gar nichts mehr zu retten...

und nur die EU-POLITIKER retten ich Ihren immer gesicherten Einnahmen und Spesen und die 37 Stundenwoche bei keine Leistungen erbringen und weiterhin keine Bewertungen für Ihre schlechte Arbeit.

Dann sich aber wundern dass nicht einmal der einst Verteidigungsminister Deutschland sich für ein Auswanderung nach Amerika entschieden hatte .

Account gelöscht!

08.12.2014, 13:11 Uhr


Was bringt uns noch EUROPA ???

NUR FRUST...WUT...ENTTÄUSCHUNG...

und DIE OHNMACHT SICH NICHT DAGEGEN WEHREN ZU KÖNNEN !


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