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24.05.2011

17:00 Uhr

Nach Verlusten

Unerwartet robuster Ifo-Index verschafft Euro etwas Luft

Nach seinen jüngsten Verlusten, hat sich der Euro etwas erholt. Das überraschend gute Geschäftsklima Deutschland hebt die Gemeinschaftswährung auf 1,41 Dollar.

Der Eurokurs hat sich nach Verlusten wieder erholt. Quelle: dpa

Der Eurokurs hat sich nach Verlusten wieder erholt.

FrankfurtDie unerwartet gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat am Dienstag an den Renten- und Devisenmärkten die düsteren Wolken der europäischen Staatsschuldenkrise zunächst vertrieben. Der Euro erholte sich nach dem überraschend robusten Ifo-Geschäftsklima-Index auf bis zu 1,4122 Dollar und lag damit rund gut einen halben US-Cent über seinem New Yorker Vortagesschluss. „Das ist eine Gegenbewegung zur Entwicklung in den vergangenen Tagen. Der Ifo-Index überraschte und deshalb ist die Stimmung an den Märkten besser“, sagte Antje Praefcke, Devisenexpertin bei der Commerzbank. „Die Lage in Griechenland bleibt jedoch grundsätzlich ein Thema.“

Das Ifo-Geschäftsklima, der wichtigste deutsche Stimmungsindikator, blieb im Mai mit 114,2 Punkten stabil. Es signalisiert, dass die Firmen die wachsenden Risiken von teurer Energie und Rohstoffen, Inflation und Schuldenkrise bisher wegstecken. „Deutschland bleibt auf Wachstumskurs“, sagte Volkswirt Rainer Sartoris vom HSBC Trinkaus. Händlern zufolge verbindet sich damit die Hoffnung, dass Deutschland als europäische Konjunkturlokomotive die Währungsunion aus der Schuldenkrise schleppen kann.

Die etwas aufgehellte Stimmung an den Märkten ließ Anleger aus den als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen aussteigen. Der Bund-Future büßte 26 Ticks auf 124,93 Zähler ein. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte auf 3,052 Prozent.

Für etwas Erleichterung sorgten auch Daten vom US-Immobilienmarkt. In den USA war die Zahl der verkauften Einfamilienhäuser im April unerwartet auf 323.000 gestiegen.

Allerdings schwelte im Hintergrund die Schuldenkrise weiter. Die Diskussion um neue Milliardenhilfen für das angeschlagene Griechenland oder eine Umschuldung hielt an. Die Ratingagentur Moody’s warnte im Falle einer Staatspleite Griechenlands verkämen auch die Anleihen anderer Schuldensünder wie Portugal oder Irland zu Ramsch. Als am Morgen die griechische Opposition Widerstand im Parlament gegen ein weiteres Sparpaket ankündigte, sackte der Euro kurzzeitig durch. Spekulationen über eine Ausbreitung der Schuldenkrise auf andere Länder nährte die Ratingagentur Fitch mit der Drohung, die Bonitätseinstufung belgischer Staatsanleihen zu senken. „Das war ein Warnschuss und ist ein Zeichen, dass die ganze Problematik in den kommenden Monaten anhalten wird“, kommentierte Praefcke. Zehnjährige belgische Anleihen waren dennoch gefragt und kletterten um 28 Ticks auf 100,28 Zähler, ihre Rendite fiel auf 4,21 Prozent zurück.

Von

rtr

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