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04.11.2011

11:27 Uhr

Nachfrage

Absage des Referendums lässt Ölpreise steigen

Auch die Erwartung einer anziehenden Nachfrage aus den USA hat dem Ölpreis zu Zuschlägen verholfen. Der Preis für ein Barrel konnte mit 110,87 Dollar leicht zulegen. Der Kupferpreis setzte auch den Erholungskurs fort.

Öllager im Hafen von Rotterdam. dpa

Öllager im Hafen von Rotterdam.

Singapur/FrankfurtDie Absage des Griechen-Referendums zum Euro-Hilfspaket und die jüngste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank haben die Ölpreise zum Wochenschluss etwas steigen lassen. Im asiatischen Handel knüpfte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember an die starken Vortagesgewinne an, konnte aber nur leicht um vier US-Cent auf 110,87 Dollar zulegen. Ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 20 Cent auf 94,27 Dollar.

Die jüngste Entwicklung im hoch verschuldeten Griechenland habe die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise wieder etwas in den Hintergrund gedrängt, hieß es von Händlern. Die Aussicht auf eine Eindämmung der Krise habe die Risikofreude zurück an die Ölmärkte gebracht, sagte der Analyst Ric Spooner von CMC Markets. In Griechenland wurde ein heftig kritisiertes Referendum über das internationale Hilfspaket abgesagt. Am heutigen Freitag stellt sich der Regierungschef Giorgos Papandreou im Athener Parlament einer Vertrauensabstimmung. Der Ausgang ist ungewiss.

Auch die Erwartung einer anziehenden Nachfrage aus den USA hat dem Ölpreis zu leichten Zuschlägen verholfen. Analysten setzen zunehmend darauf, dass die US-Wirtschaft in den nächsten Monaten aus ihrer Stagnation herauskommt und wieder anzieht. Angesichts des ungebrochen hohen Verbrauchs in Schwellenländern wie China und Indien sei der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau gut gestützt, hieß es von Händlern. Immerhin gebe es wegen der politischen Unruhen nach wie vor Lieferunterbrechungen aus Libyen.

Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 38 Cent auf 111,21 Dollar. Die US-Sorte WTI kostete 94,32 Dollar und damit 25 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft.

„Die physischen Nachfragefaktoren überlagern im Moment die makroökonomische Gesamtlage“, sagte Rohstoffstratege Soozhana Choi von der Deutschen Bank. „Lieferungen aus Libyen finden weitgehend nicht statt, und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis hier wieder Normalität einkehrt. Das ist ein wichtiger Nachfrage-Faktor.“ Auch der Kupferpreis setzte seinen Erholungskurs fort. Die Tonne verteuerte sich um 68,75 auf 7983,75 Dollar.


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