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14.03.2013

16:27 Uhr

Nervöse Investoren

Nächster Pflegefall: Großbritannien

Nicht Griechenland, nicht Italien, nicht Spanien – Großbritannien ist das nächste Sorgenkind der Märkte. Spekulanten wetten gegen das Pfund. Die Kosten für Ausfallversicherungen steigen. Die Notenbank scheint machtlos.

Fußgänger vor der Bank of England: Es geht in die falsche Richtung. AP/dpa

Fußgänger vor der Bank of England: Es geht in die falsche Richtung.

LondonGriechenland, Portugal, Italien, Spanien, zuletzt auch Frankreich - auf diese Länder richtete sich bislang der besorgte Blick der Investoren. Ein Land wurde dabei häufig übersehen, das ebenfalls mit einer schwachen Wirtschaft und einer hohen Staatsverschuldung zu kämpfen hat: Großbritannien. Nun rückt das Vereinigte Königreich zunehmend ins Visier der Märkte.

Das Vertrauen, dass Großbritannien seine Verbindlichkeiten fristgerecht bedienen kann, sinkt im Rekordtempo. Seit Anfang November haben sich Kreditausfallversicherungen (CDS) auf britische Staatsanleihen um 76 Prozent verteuert. Von einer Panik zu sprechen wäre zwar übertrieben, dennoch werden die Sorgen der Anleger größer und größer. Sie haben allen Grund dazu, denn in letzter Zeit häuften sich die Negativschlagzeilen.

Die britische Wirtschaft war im vierten Quartal 2012 um 0,3 Prozent geschrumpft. Sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen, droht eine neue Rezession – es wäre die dritte innerhalb von fünf Jahren. Auf der Insel spricht man bereits von einem „Triple Dip“. Vieles deutet darauf hin, dass es tatsächlich dazu kommt. Die Industrieproduktion ging im Januar um 1,5 Prozent zurück, damit hatten selbst Experten nicht gerechnet. Andere Indikatoren zeigen das gleiche Bild.

Die Herausforderungen für Großbritannien seien tief verwurzelt und schwierig zu bewältigen, warnte Schatzkanzler George Osborne vor wenigen Monaten. Zu seinem eigenen Missfallen bestätigt sich diese Einschätzung ein ums andere Mal. Während Deutschland, wie viele andere Euro-Staaten auch, die Krise längst überwunden hat, fällt Großbritannien immer weiter zurück. Selbst Italiens Wirtschaft hat sich zuletzt besser entwickelt.

Überhaupt hat man aktuell das Gefühl, dass in Südeuropa, trotz aller Querelen, die Reformen allmählich greifen. Vor allem die Staatsdefizite sind inzwischen deutlich geringer als in Großbritannien. „Während sich die Welt bei Europa insgesamt mittlerweile etwas wohler fühlt, bewegt sich Großbritannien in die entgegengesetzte Richtung. Sein Status als sicherer Hafen ist gefährdet“, sagt Arif Husain, zuständig für europäische Staatsanleihen bei Alliance Bernstein in London.

Absolut betrachtet sind die CDS-Prämien bislang nicht allzu hoch. Derzeit kosten sie etwa 10,5 Basispunkte mehr als Versicherungen für deutsche Bundesanleihen. Doch im Juni hatten die britischen noch fast 35 Basispunkte weniger gekostet als die deutschen. Damals galten die Bonds als die sichersten unter den großen Ländern der Region. Das hat sich schlagartig geändert, in den vergangenen Wochen sind die Prämien regelrecht explodiert wie sonst nirgendwo. Mittlerweile ist es teurer, britische Staatsanleihen zu versichern als Bonds von Ländern wie Finnland, Dänemark oder Österreich.

Kommentare (13)

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otto

14.03.2013, 16:44 Uhr

Gibt es eigentlich noch ein Land in Europa, welches wirtschaftlich nicht marode ist? (Außer unserem eigenen).

Wurde der Euro perfiderweise tatsächlich nur eingefädelt, um Schulden zu vergemeinschaften und um Deutschland wirtschaftlich in die Knie zu zwingen?

Warum ist alles nur auf Zerstörung ausgelegt.

Was hat der Euro eigentlich dem Volke gebracht?

Warum nochmal, wurde der Euro einst so heiß und innig gelobt und angeprießen?

Was für eine gigantische Chimäre wurde hier erschaffen.

Account gelöscht!

14.03.2013, 17:00 Uhr

Sind spät dran die Jungs. GB war schon vor Spanien und Portugal ein Pflegefall. Aber die Wirtschaftspsychologie hat ja eigene Gesetze :)

Account gelöscht!

14.03.2013, 17:24 Uhr

Frankreich ist ebenso fällig und täuscht noch immer über die Tatsachen hinweg. The Game is Over....und ich hoffe es gibt am Ende viel Bäume.

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